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Baubranche setzt auf den Energieausweis und Osteuropa

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- München - Der einstigen Konjunktur-Lokomotive der Bundesrepublik, der Baubranche, geht die Luft aus. So sind die Bauinvestitionen nach Angaben der Bundesvereinigung Bauwirtschaft seit 1995 kontinuierlich um mehr als ein Fünftel auf 207 Milliarden im Jahr 2004 zurückgegangen. Im selben Zeitraum sank die Zahl der Beschäftigten um fast die Hälfte auf 770 000.

Um diese Flaute zu verkraften, setzen die deutschen Bauunternehmen auf zwei Trends:

Expansion ins Ausland

Weil hierzulande immer weniger gebaut wird, erschließen sich viele Firmen neue Erlösquellen in internationalen, ungesättigten Märkten. Zum Beispiel die Nemetschek AG: Der Münchner Konzern, Hersteller von Bau-Software, erwirtschaftet schon heute fast die Hälfte seines Umsatzes im Ausland. Und: "Dieser Anteil wird weiter steigen", sagte Vorstandschef Gerhard Weiß unserer Zeitung. Vor allem in England und Osteuropa, insbesondere Polen, wolle Nemetschek "massiv und nachhaltig" einsteigen. "Hier sehen wir erhebliches Potenzial", so Weiß. Der Unternehmenslenker will dadurch die Umsatzverluste im Inland ausgleichen und nach Zeiten der Restrukturierung dieses Jahr wieder wachsen.

Renovierungsschub

Schlecht gedämmte Dächer, zugige Fenster und Türen: In Sachen effizienter Energieverbrauch sind laut einer Studie des Bundesbauministeriums von 38,5 Millionen Privatwohnungen in Deutschland 26 Millionen sanierungsbedürftig. Die Branche hofft deswegen auf Impulse, wenn ab 2006 der so genannte Energieausweis eingeführt wird. Dieser soll den Energieverbrauch von Gebäuden aufzeigen und muss Mietern oder Käufern von Wohnimmobilien laut einer EU-Richtlinie künftig vom Besitzer vorgelegt werden. Da beispielsweise ein hoher Heizölverbrauch Objekte unattraktiv macht, rechnet Bundesbauminister Manfred Stolpe mit einem Renovierungsschub. Dieser werde sich auch positiv auf die Beschäftigung auswirken. "Jede Milliarde Bauinvestitionen schafft 27 000 Arbeitsplätze", sagte der SPD-Politiker anlässlich der Eröffnung der Fachmesse Bau 2005 in München.


 

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