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Maispflanzen leiden sehr unter der Dürre, sagt Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied. Foto: Patrick Pleul

Auch Futter wird knapp

Bauern beklagen Ernteausfälle wegen Dürre

Für Eisverkäufer und Freibäder läuft der Sommer prima, für Bauern ist er ein Problem. Ihre Ernten fallen geringer aus - das trifft auch die Tierhalter. Bund und Länder wollen bald über Hilfen beraten, das Umweltministerium sieht auch die Landwirte in der Pflicht.

Berlin (dpa) - Das heiße und trockene Wetter macht den Bauern zu schaffen und führt zu Ausfällen bei der Ernte. Dabei geht es nicht nur um Getreide, sondern auch um Tierfutter, teilte Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied mit.

Die Ernteausfälle in Teilen der Bundesrepublik hätten ein "existenzbedrohendes Ausmaß". Das Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass Vertreter von Bund und Ländern schon Ende des Monats zusammenkämen, um "erste Ausmaße festzustellen". Über Hilfen werde aber erst im August entschieden, wenn der Erntebericht vorliege.

Die Ernte hat in diesem Jahr an vielen Orten früher begonnen als üblich. Die Ernte von Winterroggen sei "in vollem Gange", auch Winterweizen und Winterraps würden bereits gedroschen, hieß es beim Bauernverband. Dabei zeige sich, dass auch an ertragreichen Standorten die Pflanzen unter der anhaltenden Trockenheit litten. Da auf Wiesen teilweise die zweite und dritte Ernte von Gras ausgefallen sei, werde auch das Tierfutter knapp. Mais leide ebenfalls unter Wassermangel. Dass Betriebe Futter zukaufen müssten, setze sie zusätzlich unter Druck.

Der erste Erntebericht beruht auf Umfragen über die tatsächlich geernteten Mengen. Auf seiner Grundlage geht der Bauernverband im Bundesdurchschnitt von einem Ertrag von sechs Tonnen pro Hektar aus - 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Es gebe große regionale Unterschiede "Wir haben Regionen in denen Landwirte nur 30 Prozent einer Normalmenge einfahren, und dort ist es existenzbedrohen, vor allen Dingen im Nordosten der Republik." In manchen Regionen, etwa in Süddeutschland, hätte es aber auch zu viele Niederschläge gegeben.

Auf die Brotpreise wirken sich die Ausfälle nach Rukwieds Worten nicht zwangsläufig aus. "Der Anteil des Getreides im Brot ist so minimal, dass aus heutiger Sicht aufgrund der schlechten Ernte das Brot nicht teurer werden muss", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Getreidepreise lägen zwar höher als im Vorjahr, aber 25 Prozent unter dem Niveau von 2010. Beim Obst sehe es gut aus. "Wenn jetzt noch entsprechend Regen kommt, dann können wir da von einer guten Ernte ausgehen."

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums wies darauf hin, dass mit solchen Trockenperioden auch für die Zukunft gerechnet werden müsse. Im Rahmen der deutschen Strategie zur Anpassung auf den Klimawandel stehe auch die Landwirtschaft im Fokus. Es gehe dabei etwa um Sorten, die gut mit Trockenheit klarkämen, neue Anbaumethoden oder die Forschung an besseren Kühlsystemen für die Lagerung der Ernte. Das werde gefördert. Auch die Landwirtschaft selbst sei gefordert, sich auf solche Wetterperioden einzustellen, sagte der Sprecher.

Mitteilung des Bauernverbands

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