Bauern beklagen stagnierende Einkommen

München - Niedrige Preise und steigende Kosten: Die Bauern in Bayern klagen weiter über ihre niedrigen Einkommen. Nach dem herben Einbruch vor zwei Jahren habe sich die Lage zwischen Juli 2009 und Juni 2010 kaum gebessert.

Das sagte der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes, Hans Müller, am Dienstag. “Die Einkommen unserer Ackerbauern, Milchbauern, Schweinehalter, Bergbauern und Nebenerwerbsbetriebe stagnierten im Wirtschaftsjahr 2009/2010 auf einem zu niedrigen Niveau.“ Im Schnitt habe eine selbstständige Familienarbeitskraft im Monat 1553 Euro brutto verdient. Im Rekordjahr 2007/2008 lag der Verdienst bei mehr als 2500 Euro und damit deutlich über den Einkommen der Vorjahre.

Vor allem die niedrigen Preise etwa für Milch oder Getreide hätten die Betriebe belastet, dazu seien Kraftstoffe oder Dünger deutlich teurer geworden. Das habe viele Höfe in arge Bedrängnis gebracht. Die hohen Einkommensverluste hätten für viele Familienbetriebe enorme Liquiditätsengpässe verursacht, sagte Müller. “Wir hoffen auf eine nachhaltige Trendwende bei allen landwirtschaftlichen Erzeugerpreisen im Jahr 2011“, sagte Müller. “Die Einkommen der Bauernfamilien müssen sich stabilisieren und erholen.“

Für das kommende Jahr erwarte er allerdings nur eine leichte Besserung. Bisher profitierten die Bauern kaum von den wieder steigenden Preisen. Es sei es unter anderem notwendig, den Bauern zu erlauben, steuerfreie Risikorücklagen zu bilden, um etwa Ernteausfälle nach Unwettern oder Trockenperioden zu kompensieren. “Dies würde die Landwirte darin unterstützen, eigenverantwortlich Vorsorge für schlechte Jahre zu treffen.“ Zudem fordert der Verband die Beibehaltung der EU-Direktzahlungen an Landwirte. Grundlage für die Erhebung des Durchschnittsverdienstes der Bauern ist der Situationsbericht des Deutschen Bauernverbands, der die Daten von rund 18 000 Betrieben bundesweit auswertet, 4500 davon aus Bayern.

dpa

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