+
Der Bauernverband möchte Wettbewerbsverzerrungen beim Fleisch verhindern. Foto: Peter Steffen

Bauern: Kein Einfallstor für US-Hormonfleisch öffnen

Berlin (dpa) - Die Verhandlungen über eine Freihandelszone mit den USA dürfen aus Sicht des Deutschen Bauernverbands kein Einfallstor für Hormonfleisch öffnen.

"In Europa und in Deutschland setzen wir keine Hormone ein, und wir wollen auch keine einsetzen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur.

Er verwies darauf, dass die in der amerikanischen Landwirtschaft übliche Verwendung von Wachstumshormonen in der Mast Kostenvorteile bedeute. Auch Umweltschützer warnen, dass billigeres Fleisch aus den USA auf den EU-Markt drängen und hiesige Produzenten benachteiligen könnte. In der EU ist die Anwendung von Hormonen in der Tiermast verboten.

Das geplante TTIP-Abkommen der EU mit den USA ist auch ein Thema bei der weltgrößten Agrarmesse Grüne Woche in Berlin, die am kommenden Freitag beginnt. Bis 25. Januar werden mehr als 1600 Aussteller aus knapp 70 Ländern erwartet. Die Messe Berlin rechnet mit mehr als 400 000 Besuchern. Partnerland in diesem Jahr ist Lettland.

Die Geschäftserwartungen der deutschen Landwirte für 2015 sind nur gedämpft, wie Rukwied sagte. "Wir haben in vielen Bereichen im Moment Preise, die unter Druck sind." Dies werde sich nach Einschätzung von Marktexperten im ersten Halbjahr auch nicht ändern. Im vergangenen Wirtschaftsjahr 2013/14, das bis Ende Juni lief, hatte das Ergebnis pro Betrieb um sechs Prozent auf durchschnittlich 67 300 Euro zugelegt. Davon sind noch Investitionen zu finanzieren.

Wegen des Wegfalls der Milchquote in der EU zum 31. März erwartet der Bauernverband keine neuen Milchseen oder Butterberge. "Sicherlich wird der eine oder andere Betrieb mehr erzeugen", sagte Rukwied. Marktexperten gingen jedoch künftig auch von einem weltweiten Anstieg des Milchverbrauchs von zwei Prozent pro Jahr aus.

Die Milchquote wurde 1984 in der EU eingeführt, um mit Obergrenzen eine Überproduktion zu vermeiden und Angebot und Nachfrage in ein Gleichgewicht zu bringen. Bei Überschreitung der Quote sind Strafzahlungen fällig.

Bundesagrarministerium zu TTIP und Hormonfleisch

Umweltverband BUND zu TTIP und Hormonfleisch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fusion von Deutscher und Londoner Börse erneut vor dem Aus
Frankfurt am Main - Die geplante Fusion der Deutschen Börse und der Londoner Börse droht auch im dritten Anlauf zu scheitern. Beide Börsenbetreiber teilten am …
Fusion von Deutscher und Londoner Börse erneut vor dem Aus
Neue Kontrollen der Geldgeber starten in Athen am Dienstag
Athen (dpa) - Vertreter der internationalen Geldgeber Griechenlands starten am Dienstag eine neue Kontrolle des Reformprogramms in Athen. 
Neue Kontrollen der Geldgeber starten in Athen am Dienstag
Online wächst: Schonzeit für Lebensmittelhandel läuft ab
Bislang spielt die Online-Konkurrenz im Lebensmittelhandel kaum eine Rolle. Doch ist es wohl nur die Ruhe vor dem Sturm. Die Signale mehren sich, dass bald auch …
Online wächst: Schonzeit für Lebensmittelhandel läuft ab
Pfeiffer Vacuum lehnt Busch-Übernahmeangebot endgültig ab
Aßlar (dpa) - Die Führung des Spezialpumpen-Herstellers Pfeiffer Vacuum hat sich klar gegen das Übernahmeangebot des Branchenrivalen Busch ausgesprochen.
Pfeiffer Vacuum lehnt Busch-Übernahmeangebot endgültig ab

Kommentare