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Die Apfelernte ist in diesem Jahr geringer ausgefallen als sonst.

Massiver Frost als Problem

Bauern stellen sich trotz höherer Apfelpreise auf Verluste ein

Angesichts einer schlechten Apfelernte rechnen die Landwirte in diesem Jahr mit deutlichen Verlusten - obwohl die Preise für das Obst steigen dürften.

Friedrichshafen - „Wir haben europaweit eine deutlich kleinere Ernte, weil es in vielen Ländern massiven Frost gab“, sagte Jürgen Nüssle von der Marketinggesellschaft Obst vom Bodensee. „Das lässt zwar den Preis steigen - allerdings reicht das bei Weitem nicht aus, um die Schäden zu kompensieren.“

Der Bodensee ist neben dem Alten Land in Hamburg und Niedersachsen eines der wichtigsten Anbaugebiete für Äpfel in Deutschland. Der Großteil der dortigen Ernte geht in den Groß- und Einzelhandel, wie Nüssle sagte. Die Kunden müssten derzeit mit einem Kilopreis von rund 2,99 statt 1,99 Euro rechnen. Wie viel davon beim Erzeuger ankommt, lasse sich pauschal nicht sagen - das sei etwa abhängig von der Sorte. „Es ist aber sicher weniger als die Hälfte.“

Frost im April verdirbt Ernte

Später Frost mitten in der Blütezeit im April hatte vielen Apfelbauern nicht nur in Baden-Württemberg die Ernte verdorben. Die Region Niederelbe sei allerdings dank Frostberegnungsanlagen mit Verlusten von geschätzt 35 Prozent glimpflich davongekommen, sagte Experte Dennis Hezel von der baden-württembergischen Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft (LEL). Die Bauern in Niedersachsen und Hamburg gingen zuletzt von einer Gesamtmenge von rund 230 000 Tonnen aus - gut einem Drittel weniger als 2016, wie das niedersächsische Landesamt für Statistik (LSN) kürzlich mitteilte.

Derzeit hoffen die Obstbauern in Norddeutschland auf ertragsstarke Sorten wie Jonagold und Braeburn, wie die Sprecherin des Landvolks Niedersachsen, Gabi von der Brelie, sagte. Da die Ernte dieser Sorten noch nicht abgeschlossen sei, könne erst in gut zehn Tagen eine Bilanz gezogen werden. Klar sei aber schon jetzt, dass das Wetter negative Folgen für die Ernte habe. Gerade sei der starke Regen ein großes Problem für die Region Niederelbe.

In Baden-Württemberg sind nach LEL-Schätzungen dagegen zwei Drittel einer Durchschnittsernte vernichtet worden. Europaweit drohe mit 9,3 Millionen Tonnen die schlechteste Apfelernte seit 10 Jahren. Für Deutschland wird mit 555 000 Tonnen (minus 46 Prozent gegenüber 2016) der geringste Ertrag seit der Wiedervereinigung erwartet.

dpa

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