Bauern verdienen mehr

-

Berlin (dpa) - Der Boom in der Agrarwirtschaft beschert den Bauern das höchste Einkommensniveau seit zehn Jahren. Der Gewinn pro Arbeitskraft sei im Wirtschaftsjahr 2006/2007 um 12,4 Prozent auf rund 25 300 Euro gestiegen, sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner am Dienstag in Berlin.

Zuvor waren die Einkommen gesunken. Das Brutto- Monatseinkommen der Haupterwerbshöfe stieg von 1878 auf bei 2111 Euro im Durchschnitt. Allerdings gerieten Schweinemäster teilweise in Existenznot. Die Lebensmittelpreise werden nach Einschätzung von Sonnleitner wegen der weltweiten Nachfrage weiter nach oben klettern, aber nur leicht. "Sie werden sehr moderat für unsere Verbraucher steigen", sagte er.

Der Bauernpräsident verteidigte die höheren Erzeugerpreise für Lebensmittel wie Milch und Brot. Die Preiserhöhung sei noch keine Überforderung für das Budget der Verbraucher, sagte Sonnleitner. "Die gefühlte Preiserhöhung bei Nahrungsmitteln ist wesentlich höher als die tatsächliche." Der Anstieg liege wie die Inflationsrate bei etwa 2,4 Prozent. Die Bundesbürger kauften im weltweiten Vergleich fast am günstigsten ein, wenn es um den Anteil am Einkommen gehe. Als Preistreiber nannte er sinkende Vorräte, eine höhere Nachfrage und steigende Kosten. Die Kosten für Düngemittel explodierten regelrecht.

Die Einkommenssituation der Bauern ist sehr unterschiedlich. Während Ackerbauern und Milchbauern von steigenden Preisen profitieren, sieht es bei Schweine- und Geflügelhaltern deutlich schlechter aus. Das Brutto-Monatseinkommen der Ackerbauern stieg von 1939 auf 2723 Euro, das der Milchbauern von 1815 auf 2002 Euro. Schweine- und Geflügelhalter mussten einen Rückgang von 2687 auf 2357 Euro verkraften.

Auch Winzer verdienten weniger. Die Bauern blieben insgesamt um 8 Prozent hinter dem gewerblichen Vergleichslohn zurück. Die Betriebe in Baden-Württemberg landeten beim Vergleich der Unternehmensergebnisse auf dem letzten Platz, gefolgt von Nordrhein- Westfalen und Bayern. An der Spitze lagen die ostdeutschen Länder. Agrarminister Horst Seehofer (CSU) hatte von einem Gewinnanstieg um 13,8 Prozent pro Hof gesprochen. Die Zahlen gehen auf andere Betriebe zurück.

Schlecht sieht es nach Angaben des Bauernverbands für einige Biogasproduzenten aus. Sie schrieben rote Zahlen. Wegen der gestiegenen Rohstoffkosten sei der Investitionsboom vorbei.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vergleich: Enorme Unterschiede bei Abwassergebühren
Etwa eine Badewanne voll Wasser am Tag verbraucht jeder Deutsche im Schnitt. Damit das Abwasser gereinigt wird, müssen manche aber drei Mal so viel bezahlen wie andere. …
Vergleich: Enorme Unterschiede bei Abwassergebühren
Oettinger: EU-Gelder nur bei gewünschtem Wirtschaftskurs
Günther Oettinger hat eine heikle Forderung: EU-Gelder soll es nur noch für Länder geben, die den gewünschten Wirtschaftskurs fahren - Rechtsstaatlichkeit scheint …
Oettinger: EU-Gelder nur bei gewünschtem Wirtschaftskurs
Nestlé-Investoren begrüßen milliardenschwere Aktienrückkäufe
Zürich/Vevey (dpa) - Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat mit einem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm und einer neuen Strategie den Nerv der Investoren …
Nestlé-Investoren begrüßen milliardenschwere Aktienrückkäufe
Volksbank verzichtet doch auf Negativzinsen für Kleinsparer
Reutlingen (dpa) - Nach scharfer Kritik und einer Klageandrohung hat die Volksbank Reutlingen ein Preismodell mit Negativzinsen für Kleinsparer zurückgezogen. In einem …
Volksbank verzichtet doch auf Negativzinsen für Kleinsparer

Kommentare