Bauern wehren sich gegen zu niedrige Milch-Preise

Berlin - Die deutschen Milchbauern sind entschlossen, sich gegen zu niedrige Preise für ihre Produkte zu wehren. Der Deutsche Bauernverband (DBV) kündigte am Donnerstag für die nächsten Wochen vor den Zentralen des Lebensmitteleinzelhandels "eindeutige Proteste" an.

Nach den Worten von DBV-Präsident Gerd Sonnleitner verfolgen die Milchbauern "mit größter Sorge" die bisherigen Ergebnisse der Gespräche zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel.

Es bestehe die Gefahr, "dass der Handel wieder in eine Zeit zurückfällt, in der der Wert von Milch und Milchprodukten über den Preis nicht abgedeckt wird", kritisierte Sonnleitner in einem Schreiben an den Hauptverband des Deutschen Einzelhandels sowie an die größten Lebensmittelhändler. Angesichts der gestiegenen Kosten werde "der DBV nichts unversucht lassen, um stabile Milchpreise für die Milchbauern abzusichern".

Sonnleitner appellierte "mit allem Nachdruck an die Molkereien, das am Milchmarkt erreichte Preisniveau von 2007 nicht aufs Spiel zu setzen". Gemeinsames Ziel der deutschen Milchwirtschaft müsse es sein, "allen Marktbeteiligten eine nachhaltige Unternehmensführung zu sichern". Sollte aber der Handel seine Marktmacht erneut ausnutzen, und die Preise drücken, "werden wir uns gezwungen sehen, diese auch für den Verbraucher schädliche Preispolitik demonstrativ anzuprangern", warnte der DBV-Präsident.

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