Bauernpräsident Sonnleitner verlangt Verbot von Klonfleisch

München - Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hat ein Verbot von Klonfleisch in Deutschland verlangt. "Wir sagen ein striktes Nein zu geklontem Fleisch", sagte der Präsident des Deutschen und des Bayerischen Bauernverbandes in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa

 "Das ist für mich ethisch und moralisch nicht vertretbar. Nach allem was wir bislang wissen, sind geklonte Kühe, Schafe, Ziegen und Schweine weniger gesund und leiden öfter an Krankheiten als ihre Artgenossen."

Das sei aus Sicht der Bauern, denen es auch um das Wohl ihrer Tiere gehe, nicht hinnehmbar. "Das Klonen führt bislang zu mehr Krankheiten. Das zeigt, dass diese Art der Züchtung nicht funktioniert", sagte Sonnleitner. Außerdem gehe es um die ethische Dimension. Mit dem christlichen Verständnis vieler Bauern sei das Klonen unvereinbar. "Wir haben Respekt vor der Einzigartigkeit der Schöpfung." Auch die Verbraucher wollten kein Klonfleisch auf ihren Tellern.

Die europäischen Behörden für Lebensmittelsicherheit prüfen derzeit, ob von Nahrungsmitteln aus Klonfleisch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgehen kann. Dann soll entschieden werden, ob Klonfleisch auch in Europa zugelassen wird. In den USA hat die für Ernährung zuständige Behörde den Handel mit dem Fleisch geklonter Tiere bereits erlaubt.

Sonnleitner forderte Agrarminister Horst Seehofer (CSU) auf, sich in Brüssel für ein Verbot von Klonfleisch einzusetzen. Der Bayerische Bauernverband startete zugleich eine Unterschriftenaktion, in der die Landwirte ein Verbot von Lebensmitteln aus Klonfleisch sowie des Imports verlangen. Außerdem fordern sie ein Nein zur Patentierung von Tieren und Pflanzen. Die Unterschriften sollen Mitte April an Seehofer übergeben werden. Die herkömmlichen Zuchtmethoden reichten aus, um eine hohe Qualität sicherzustellen, betonte Sonnleitner.

Auch die Patentierung von Tieren und Lebensmitteln lehnte Sonnleitner strikt ab. "Tiere und Pflanzen gehören allen." Mit der Patentierung wachse die Macht der Agrar-Konzerne vor allem in den Ländern, in denen die ärmsten Bauern ohnehin am Rande der Existenz lebten. Sie müssten dann für patentiertes Saatgut zahlen, das sie sonst selbst herstellen könnten. "Die Dritte Welt ist besonders betroffen."

Eine Patentierung von Tier und Pflanze sei schon dann möglich, wenn zur Züchtung ein neuer Prozess angewendet werde - auch wenn nicht einmal etwas Neues entstehe, kritisierte der Bauernpräsident. Allein im vergangenen Jahr seien beim Europäischen Patentamt in München rund 8500 Patentanträge aus dem biotechnologischen Bereich eingegangen, darunter 500 zu Pflanzen und Tieren.

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