Bauernprotest: Milch billiger als Mineralwasser

- München - Bundesweit haben Tausende von Bauern vor Real-Supermärkten gegen Dumping-Preise für Milch protestiert. Grund der Demonstrationen mit Traktoren und Kühen war der von dem Discounter ausgerufene "Größenwahn-Samstag mit Wahnsinnsangeboten", zu denen auch Milch für 33 Cent pro Liter gehörte. Verbraucherministerin Renate Künast äußerte Verständnis für den Protest und erklärte: "Milch ist ein Mittel zum Leben und sollte nicht verramscht werden."

<P class=MsoNormal>Der Sprecher des Bauernverbands, Michael Lohse, erklärte, Aktionen hätten vor mehr als 80 Real-Märkten stattgefunden - auch an vielen Orten in Bayern. Die Milchbauern forderten Real auf, die Verkaufsstrategie einzustellen und Milch nicht billiger als Mineralwasser zu verkaufen. Da sie als Erzeuger bereits Kosten von 32 bis 36 Cent je Liter hätten und die Kosten für Verarbeitung, Kontrolle, Verpackung, Transport und Verkauf hinzukämen, werde diese Milch unter dem Einstandspreis verkauft. In Gesprächen mit den Kunden der Supermärkte warben die Milchbauern um Unterstützung durch die Verbraucher im Kampf gegen "zerstörerische Marktstrategien und Angebote unter Einstandspreis". Milchpreise unterhalb der Entstehungskosten zerstörten nicht nur Arbeitsplätze und verhinderten notwendige Investitionen, sondern gefährdeten auch den Qualitäts- und Sicherheitsstandard bei Lebensmitteln.</P><P class=MsoNormal>Der Discounter sprach von einer einmaligen Werbeaktion: "Wir möchten uns erlauben, darauf hinzuweisen, dass Real nicht, wie andere Handelsunternehmen, die Preise für Molkereiprodukte dauerhaft gesenkt hat oder dies plant." Real führe bundesweit in fast allen Filialen bis zu 20 verschiedene Milchsorten und sei in Deutschland der größte regionale Milchproduktanbieter. "Damit gehört Real ganz sicherlich zu den wesentlichen Befürwortern guter Qualität und angemessener Preise."</P><P class=MsoNormal>Lohse sagte, in Oldenburg hätten die Landwirte 800 Liter Milch aufgekauft und dann an gemeinnützige Organisationen und Tafeln für Bedürftige gespendet. In Berlin seien von "Real" Milchsonderangebote beworben, aber nicht ausgezeichnet worden. Schließlich seien die Chargen ganz aus den Sonderangeboten rausgenommen worden. Der Bauernverband will nun prüfen lassen, ob damit gegen Gesetze verstoßen wurde. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hatte Künast aufgefordert, umgehend politische Initiativen zur Verschärfung der Gesetze gegen unlauteren Wettbewerb und gegen Wettbewerbsbeschränkungen zu ergreifen.</P>

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