+
Vor allem der Dürresommer bedroht die landwirtschaftliche Produktion. Foto: Julian Stratenschulte

Auswirkungen des Klimawandels

Bauernverband: Extremwetter bedroht Produktion

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, Bernhard Krüsken, sieht im Klimawandel die landwirtschaftliche Produktion gefährdet. Das Ausmaß habe eine neue Qualität.

Berlin (dpa) - Landwirte sehen im Klimawandel eine zunehmende Gefahr. "Extremwetterereignisse in die eine oder andere Richtung" bedrohten die landwirtschaftliche Produktion, sagte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands (DBV), Bernhard Krüsken.

"Das kann ein Dürresommer sein, aber das kann auch Hagelschlag, Frost und Starkregen sein", sagte Krüsken. "Das ist ja auch das Besondere beim Klimawandel, dass die Extremwettereignisse, die immer schon da waren und mit denen wir immer schon umgegangen sind, jetzt wesentlich stärker ausgeprägt sind und wesentlich länger anhalten." Das Ausmaß habe eine neue Qualität.

Lob äußerte Krüsken für Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) für eine geringere Steuer auf Dürreversicherungen. Demnach soll noch in diesem Jahr das Risiko Dürre in den Anwendungsbereich des ermäßigten Steuersatzes von 0,3 Promille der Versicherungssumme aufgenommen werden. Derzeit sind es 19 Prozent Steuer auf die Prämie.

"Das ist gut und richtig, dass wir auch das Risiko Dürre genauso versichern können wie andere Elementarschäden - sprich: Hagel, Sturm, Frost", sagte der DBV-Generalsekretär. "Mit der Reduktion des Versicherungssteuersatzes wird eine Voraussetzung geschaffen, dass Versicherungslösungen auch für Dürre an den Markt kommen, die für den Landwirt attraktiv sind." Nötig seien aber nun Prämien- und Policenangebote von der Versicherungsbranche.

Nach der extrem schlechten Ernte im Vorjahr zeigt sich der DBV für 2019 zuversichtlich. "Wir rechnen im Moment mit einer durchschnittlichen Ernte", sagte Krüsken. Verbraucher würden die Wetterauswirkungen kaum spüren. "Wir wünschen uns natürlich höhere Preise, weil das auch mit Wertschätzung und nicht nur mit Mengen und Angebot und Nachfrage zu tun hat. Aber im Moment sehen wir ein stabiles Verbraucherpreisniveau."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus dürfte Autobranche besonders stark treffen
Umstellung auf Elektro-Autos, Absatzschwäche, Diesel-Krise: Die Autoindustrie hat an vielen Fronten zu kämpfen. Nun kommt noch das Coronavirus dazu. Die Folgen für die …
Coronavirus dürfte Autobranche besonders stark treffen
Weinlese auf der Südhalbkugel: Feuer, Dürre und Protest
Mit Sorge beobachten Australiens Winzer die durch Buschfeuer verursachten Rauchschwaden. Die Folgen sind noch unklar, obwohl die Traubenlese in Teilen der südlichen …
Weinlese auf der Südhalbkugel: Feuer, Dürre und Protest
Werbezoff: Otto kontert Kunden-Kommentar bei Twitter - und wird dafür gefeiert
Bei Twitter reagierte eine Nutzerin auf eine Werbung des Versandhändlers Otto mit einem rassistischen Kommentar. Das Unternehmen wehrte sich mit deutlichen Worten. 
Werbezoff: Otto kontert Kunden-Kommentar bei Twitter - und wird dafür gefeiert
Maschinen ruhen vorläufig auf künftigem Tesla-Fabrikgelände
Wie geht es weiter auf dem künftigen Fabrikgelände von Tesla? Wie lange werden die Fällarbeiten ruhen? Das liegt nun in der Hand von Verwaltungsrichtern. Aus der Politik …
Maschinen ruhen vorläufig auf künftigem Tesla-Fabrikgelände

Kommentare