+
Den Bauern setzen die sinkenden Milchpreise seit Monaten zu. Im ersten Halbjahr erhielten sie im Schnitt noch 40,3 Cent pro Kilo Milch, im September nur noch 37,5 Cent. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Bauernverband fordert besseren Schutz vor Milchpreischwankungen

München (dpa) - Nach dem deutlichen Preisrückgang für Milch in den vergangenen Monaten hat der Bayerische Bauernverband eine bessere Absicherung der Erzeuger vor Preisschwankungen gefordert.

Anders als für andere landwirtschaftliche Erzeugnisse gebe es für Milch bislang keine Warenterminbörsen, sagte Bauernpräsident Walter Heidl. Diese könnten aber ein Weg sein, den Milchpreis für eine bestimmte Zeit abzusichern. "Das hat nichts mit Spekulation zu tun", sagte er.

Mit Warentermingeschäften können sich Bauern beispielsweise gegen wetterbedingt schlechte Ernten von Weizen oder anderen Agrarprodukten absichern. So wissen sie bereits im Frühjahr, zu welchem Preis sie ihre Ernte im Herbst verkaufen können.

Bayern ist mit rund 34 000 Milchbauern der wichtigste Milchproduzent in der Bundesrepublik. Den Bauern setzen die sinkenden Milchpreise seit Monaten zu. Im ersten Halbjahr erhielten sie im Schnitt noch 40,3 Cent pro Kilo Milch, im September nur noch 37,5 Cent. Nach der jüngsten Preissenkung für Frischmilch und H-Milch bei Aldi dürfte es weiter abwärts gehen. Für einen durchschnittlichen Milchbauern bedeuten drei Cent weniger rund 6000 Euro weniger Einnahmen pro Jahr.

Die Situation auf dem Milchmarkt bleibt aus Sicht von Heidl schwierig: Die Produktion sei weltweit gestiegen, gleichzeitig sorge der Importstopp in Russland dafür, dass die Märkte zusätzlich unter Druck gesetzt werden. Die Preissenkung bei Aldi habe die Situation verschärft. "Ich habe keine Beschwerde eines Verbrauches gehört, dass die Milchpreise zu hoch sind", sagte Heidl. Trotzdem nutze der Lebensmitteleinzelhandel die Lage, um Milchprodukte zu "verschleudern" und Kunden in die Geschäfte zu locken.

Bayerischer Bauernverband

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ProSiebenSat.1 plant Neubau in Unterföhring
Unterföhring – Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 plant den Bau eines eigenen Campus in Unterföhring. Das berichtet der Münchner Merkur (Wochenendausgabe).
ProSiebenSat.1 plant Neubau in Unterföhring
Wenig Zeit für Schlichtung zwischen Piloten und Lufthansa
Frankfurt/Main (dpa) - Die Schlichtung zum Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Piloten steht unter großem Zeitdruck.
Wenig Zeit für Schlichtung zwischen Piloten und Lufthansa
Ernährungsbranche verspricht mehr Tierschutz im Stall
Unter welchen Bedingungen müssen Rinder, Schweine und Puten leben? Die Ernährungsbranche sieht sich zunehmender Kritik ausgesetzt - und manche Anbieter reagieren. …
Ernährungsbranche verspricht mehr Tierschutz im Stall
Riesen-Demo für mehr Tierschutz - Discounter mit neuem Label
Berlin - An diesem Samstag wollen mindestens 10.000 Menschen gegen Massentierhaltung demonstrieren. Der Preiskampf in der Nahrungsmittelindustrie werde zu Lasten der …
Riesen-Demo für mehr Tierschutz - Discounter mit neuem Label

Kommentare