Bauflaute und Importe lassen die Wirtschaft schrumpfen

- Frankfurt - Jetzt ist es offiziell: Die deutsche Wirtschaft schrumpft. Wegen eines geringeren Exportüberschusses und der anhaltenden Bauflaute sank das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal des Jahres um 0,2 Prozent. Schlechte Nachrichten kamen auch aus dem Handwerk: Die Konjunkturkrise wird in diesem Jahr weitere 300 000 Arbeitsplätze kosten. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks korrigierte damit seine ohnehin schon düsteren Prognosen noch einmal nach unten.

<P>Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem vierten Quartal 2002 gekennzeichnet durch einen Anstieg der Importe um 1,9 Prozent, der deutlich über dem der Exporte von 0,7 Prozent lag und damit zu einer Verringerung des Exportüberschusses führte. Das leichte Wachstum im Inland von 0,1 Prozent habe diesen negativen Effekt nicht kompensieren können.</P><P>Ein leichter Hoffnungsschimmer waren die privaten und staatlichen Konsumausgaben sowie die Investitionen in Ausrüstungen, die gegenüber dem Vorquartal stiegen. Dagegen gingen die Bauinvestitionen um 3,3 Prozent zurück, nachdem sie sich in den beiden letzten Quartalen 2002 stabilisiert hatten. Auch die Investitionen in Computersoftware und Urheberrechte sanken. Da das Bruttoinlandsprodukt bereits im vierten Quartal 2002 eine rote Null (minus 0,03 Prozent) erreicht hatte, sprechen Ökonomen von einer technischen Rezession. Als Rezession gilt, wenn die Wirtschaft zwei Quartale hintereinander schrumpft. Im Vergleich zum ersten Quartal 2002 stieg das BIP leicht um 0,5 Prozent. </P><P>Der Handwerksverband erwartet indes für seine Betriebe ein Umsatzminus von bis zu fünf Prozent. "Jeder zweite Handwerksbetrieb meldet eine noch schwierigere Lage als 2002", erklärte der Verband nach Auswertung der Frühjahrsumfrage unter knapp 24 000 Firmen. Vor Jahresfrist waren dies noch 42 Prozent, vor zwei Jahren 33 Prozent.</P><P>Die Krise umfasst mittlerweile alle Bereiche des Handwerks. Zwei Drittel der Unternehmen müssen erneut Umsatzeinbußen verkraften.</P><P>Angesichts der generellen Konjunkturkrise sei das Handwerk von einer "stark ausgeprägten Perspektivlosigkeit" erfasst, betonte der Generalsekretär des Verbands, Hanns-Eberhard Schleyer. Die Betriebe müssten weiter kräftig sparen, in Zukunft weniger investieren und sich aus Kosten- und Kapazitätsgründen von weiteren Mitarbeitern trennen. 30 Prozent der Handwerksunternehmen wollen Arbeitsplätze abbauen, nur sechs Prozent planen derzeit Neueinstellungen.</P>

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