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Ostsee-Gaspipeline darf gebaut werden.

Baugenehmigung für Ostsee-Gaspipeline

Schwerin - Für die Ostsee-Gaspipeline von Russland nach Deutschland können im Greifswalder Bodden die ersten Rohre verlegt werden.

Das russisch-deutsche Firmenkonsortium Nord Stream erhielt am Montag in Schwerin für das etwa 50 Kilometer lange Stück durch deutsche Küstengewässer den Planfeststellungsbeschluss des Bergamts Stralsund. Ebenso wie Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hob auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die Bedeutung der Pipeline für die Energie-Versorgung Europas und Deutschlands hervor. Der neue Transportweg für das Gas erhöhe die Versorgungssicherheit, erklärte Brüderle. Dänemark, Schweden, Russland und Finnland hatten bereits Genehmigungen für den Bau der 1223 Kilometer langen Gas-Pipeline vom russischen Wyborg nach Lubmin bei Greifswald gegeben.

Voraussichtlich im April soll mit der Verlegung des ersten Rohrstranges begonnen werden, durch den ab 2011 das erste Gas fließen soll. Der 31 Kilometer langen Strecke durch die deutsche Wirtschaftszone in der Ostsee muss noch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg zustimmen. Die Genehmigung wird nach Angaben der Schweriner Staatskanzlei in Kürze erwartet. Für die nächsten Wochen rechnet Nord Stream auch noch mit einer zweiten Genehmigung aus Finnland. Der Gesamtumfang der Investition beträgt laut Nord Stream rund 7,5 Milliarden Euro. Dafür seien Bürgschaften beim Bund in Höhe von 2,6 Milliarden Euro beantragt und vom Haushaltsausschuss auch genehmigt worden.

Nach Fertigstellung des Projekts mit dann zwei Leitungssträngen im Jahr 2012 sollen jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland strömen. Zu den Hauptkritikern der Pipeline zählen Umweltschützer und das Nachbarland Polen, das sich umgangen fühlt. An Nord Stream ist die staatliche russische Gesellschaft Gazprom zu 51 Prozent beteiligt. Auf deutscher Seite halten die BASF-Tochter Wintershall und E.ON-Ruhrgas je 20 Prozent. Die übrigen neun Prozent sind im Besitz der niederländischen Gasunie. Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses.

dpa

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