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Eine Baustelle für Wohnhäuser an der Elbe in der Hafencity in Hamburg. Foto: Christian Charisius

Projektleiter fehlen

Bauindustrie: Personalmangel bremst Projekte aus

Geld ist zurzeit genug da, um Fernstraßen zu bauen oder Brücken zu reparieren. Doch nach mageren Jahren fehlten in der Bauverwaltung die Planer für solche Projekte, klagt die Bauindustrie. Sie sieht zugleich aber auch Auswege.

Berlin (dpa) - Der Bauboom in Deutschland könnte aus Branchensicht von einem Mangel an Planern in den Baubehörden abgewürgt werden.

Konjunkturell seien die Aussichten in diesem und im kommenden Jahr sehr gut, es fehlten aber vor allem in den Bauämtern Planungsexperten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Michael Knipper, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zudem gebe es in den meisten Bundesländern zu wenige baureife Vorhaben für das Geld, das der Bund anbiete.

"Wir haben es versäumt, parallel zum Investitionshochlauf die Voraussetzungen für baureife Projekte zu schaffen", stellte Knipper fest. Weil kein Geld zur Verfügung gestanden habe, sei in den vergangenen 20 Jahren "in großem Umfang Personal in den Bauabteilungen abgebaut" worden. "Dann kam plötzlich diese Investitionswende, auf die keiner vorbereitet war." So stünden im Bundesetat des kommenden Jahres Ausgaben von 14,2 Milliarden Euro für Bundesverkehrswege. Fraglich sei jedoch, ob diese Summe auch ausgegeben werden könne.

Die Bundesländer müssten die Planung der Bauprojekte übernehmen, erläuterte der Verbandsgeschäftsführer. Sie könnten das aber nicht, weil sie nicht genügend Ingenieure hätten. Hinzu kämen zu lange und zu komplizierte Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Knipper sprach sich dafür aus, für die kommenden zehn Jahre die Investitionen des Bundes in Straßen, Schienen und Wasserwege auf 15 Milliarden Euro festzuschreiben. Das biete den Baufirmen die Planungssicherheit, die sie brauchten, um neue Mitarbeiter einstellen und neue Baumaschinen anschaffen zu können.

Die Länder könnten dann anders als jetzt immer ein paar Jahre im voraus planen. "Wenn die Truppen immer unter Dampf sind und immer wieder neue Projekte haben, dann sind sie auch effizienter, weil die Abläufe besser klappen", sagte Knipper.

"Das Problem ist über Jahrzehnte entstanden, man kann es nicht auf Knopfdruck beseitigen." Weil es auf absehbare Zeit nicht genügend Projektplaner geben werde, schlug der Branchenvertreter vor, neue Varianten der Auftragsvergabe zu ermöglichen, zum Beispiel die Vergabe von Bau- und Planungsleistungen aus einer Hand sowie Aufträge an einen Generalunternehmer. So könnten die Verfahren wieder beschleunigt werden.

Schließlich fordert der Verband, die Bereiche Bau und Verkehr nach der Bundestagswahl im September wieder in einem Bundesministerium zu bündeln. Die seit 2013 bestehende Aufteilung auf zwei Ministerien habe sich nicht bewährt.

Presseseite des Bauindustrie-Verbands

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