+
Deutschlands Straßen und Brücken müssen saniert werden.

Für Infrastruktur

Bauindustrie rechnet fest mit mehr Geld

Berlin - Marode Straßen und Brücken - Deutschlands Verkehrsinfrastruktur gilt als chronisch unterfinanziert. Doch die Bauindustrie rechnet fest mit höheren Investitionen.

Die deutsche Bauindustrie rechnet damit, dass die neue Bundesregierung deutlich mehr Geld für die Sanierung maroder Straßen und Brücken ausgeben wird als ihre Vorgänger. CDU, CSU, SPD und Grüne hätten bereits erkannt, dass die bisherigen Gelder für die Infrastruktur nicht ausreichten, sagte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Thomas Bauer , der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. „Die neue Bundesregierung, egal wie sie sich zusammensetzt, wird viel mehr für die Infrastruktur ausgeben“.

In den vergangenen Jahrzehnten seien Straßen, Brücken und Schleusen stark vernachlässigt worden. „Wir haben in Deutschland pro Jahr etwa sieben Milliarden Euro an Defizit für Infrastruktur-Aufwendungen“, betonte Bauer. Davon entfielen etwa vier Milliarden Euro auf den Bund. Der Rest betreffe Länder und Kommunen.

Umstritten ist allerdings in der Politik, woher das Geld zur Sanierung von Straßen und Brücken kommen soll. „Ich persönlich und der Bauindustrieverband fordern massiv die Pkw-Maut“, sagte CSU-Mitglied Bauer. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) macht sich seit Monaten für diese Abgabe stark. „Wir sind der Meinung, es ist eine Frage der Gerechtigkeit. Die Deutschen bezahlen überall im Ausland, dann sollen auch die Ausländer bei uns mitbezahlen“, sagte Bauer.

Poser-Berufe - und was dahintersteckt

Poser-Berufe - und was dahintersteckt

Erst vor einer Woche stimmten die 16 Bundesländer für mehr Verkehrswege-Investitionen. Sie dringen auf ein 40-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm und neue Geldquellen, um den Verfall von Straßen, Schienen und Schleusen zu stoppen.

Auf große Effekte aus einem anderen Zukunftsthema wartet Bauer noch: „Die Energiewende ist in der Baubranche noch nicht angekommen“, sagte der Verbandschef. Es gebe zwei Ausnahmen: Die Sanierung von Gebäuden und der Bau von Windkrafträdern. In den anderen Bereichen wie Übertragungstrassen, Speicherung und Offshore - also der Energiegewinnung mit Windrädern vor der Küste - habe sich fast noch gar nichts getan. Bauer forderte eine Reform der Ökostromförderung, die derzeit viel zu stark auf die Solarbranche ausgerichtet sei.

Der anhaltende Bauboom stellt für Bauer kein Problem dar. Trotz kräftig anziehender Preise sieht er derzeit keine Immobilienblase. „Ich sehe keine Gefahr, dass etwas gebaut wird und dann leer steht“, sagte er. In Deutschland würden jährlich 245 000 Wohnungen benötigt. „Wir liegen immer noch unter der Prognose des langfristig Notwendigen.“ Der deutsche Wohnungsbau profitiert derzeit vor allem von den niedrigen Bauzinsen. Zudem legen Investoren ihr Geld wegen der Eurokrise zunehmend in Immobilien an.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Thyssenkrupp besorgt sich gut eine Milliarde Euro
Essen (dpa) - Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp hat sich nach der Einigung auf eine Fusion der Stahlsparte mit der indischen Tata Steel gut eine Milliarde Euro …
Thyssenkrupp besorgt sich gut eine Milliarde Euro
Brent-Öl steigt auf den höchsten Stand seit Mitte 2015
New York (dpa) - Die Ölpreise haben am Montag deutlich zugelegt. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg auf den höchsten Stand seit Juli 2015. Am Abend lag der Preis …
Brent-Öl steigt auf den höchsten Stand seit Mitte 2015
Selbstfliegendes Lufttaxi absolviert ersten Testflug in Dubai
Ein spektakuläres Projekt - von einem deutschen Start-Up: In Dubai hat jetzt ein selbstfliegendes Lufttaxi seine ersten Runden gedreht.
Selbstfliegendes Lufttaxi absolviert ersten Testflug in Dubai
Nach der Bundestagswahl: Große Sorge an der griechischen Börse
Wahl mit Folgen: Die Börse in Athen reagiert mit großer Sorge auf die Bundestagswahl. Vor allem die FDP sorgt für Angst und Schrecken unter Anlegern.
Nach der Bundestagswahl: Große Sorge an der griechischen Börse

Kommentare