Bauindustrie: Umsatz bröckelt weiter

Berlin - Trotz staatlicher Zuwendungen: Die deutsche Bauwirtschaft rechnet 2010 wieder mit Umsatzeinbußen. 2011 könnte der Branche sogar das eigentliche Krisenjahr bevorstehen.

Der Umsatzrückgang dürfte sich aber auf 1,5 Prozent verlangsamen, teilte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mit. 2009 betrug das Minus nach vorläufigen Berechnungen etwa vier Prozent.

“Wir werden 2010 wie 2009 vergleichsweise gut über die Runden kommen“, sagte Verbandspräsident Herbert Bodner am Donnerstag in Berlin. “2011 könnte das eigentliche Krisenjahr der Bauwirtschaft werden“, wenn diese nicht mehr von staatlichen Programmen gestützt werde, die Konjunktur aber noch schwach sei. Sorgen bereitet der Bauindustrie die schwache Auftragslage. Für die Monate Januar bis Oktober 2009 gingen die Auftragseingänge im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6,7 Prozent zurück.

Selbst wenn sich die Wirtschaftsentwicklung 2010 insgesamt stabilisieren sollte, bleibe “die Bauwirtschaft als konjunkturell nachlaufende Branche vorerst im Abschwung“. Zuwächse bei öffentlichen Aufträgen und eine Stabilisierung im Wohnungsbau könnten die Talfahrt im Bau von Firmengebäuden nicht ausgleichen, aber immerhin bremsen. Es mehrten sich die Anzeichen dafür, dass in diesem Frühjahr doch noch eine Kreditklemme entstehen könnte, warnte Bodner.

Rund die Hälfte der Bauunternehmen hätten zum Jahreswechsel ein restriktives Verhalten der Banken bei der Kreditvergabe festgestellt. Das Beschäftigungsniveau dürfte nach Erwartung der Branche fast konstant bleiben. Bodner zeigte sich “optimistisch, dass es 2010 nicht zu großen Entlassungen kommen wird“. Die Zahl von 705 000 Mitarbeitern sei 2009 gehalten worden, für 2010 wird ein leichter Abbau auf 698 000 erwartet.

dpa

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