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Trotz Baukindergeld-Verlängerung: Familien müssen sich wegen Fristablauf beeilen

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Von: Uli Lohrer

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Baukindergeld Stempel und Baukindergeld
Der Staat fördert mit dem Baukindergeld den Eigenheimerwerb von Familien mit Kindern © Sascha Steinach / Imago

Das Baukindergeld für Familien mit Kindern zur Eigenheimförderung wurde wegen der Corona-Pandemie verlängert. Welche Voraussetzungen und Fristen gelten.

München - Der Staat fördert mit dem Baukindergeld den Eigenheimerwerb von Familien mit Kindern. Um das Baukindergeld zu bekommen, mussten die Antragsteller ursprünglich bis 31. Dezember 2020 den Kaufvertrag unterschrieben oder die Baugenehmigung erhalten haben. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese Frist um drei Monate bis zum 31. März 2021 verlängert.

Auch nach der Baukindergeld-Verlängerung muss spätestens sechs Monate nach dem Einzug der Antrag für das Baukindergeld gestellt werden. Als Einzugstermin gilt dabei die amtliche Meldebestätigung beim örtlichen Einwohnermeldeamt. Der Antrag kann spätestens noch am 31. Dezember 2023 gestellt werden. Pro Kind unter 18 Jahren mit Kindergeldanspruch gibt es 1200 Euro pro Jahr für die Dauer von zehn Jahren. Mit einem Kind erhält eine Familie daher insgesamt 12.000 Euro Baukindergeld. Das Baukindergeld bekommen förderberechtigte Familien in jedem Bundesland. Der Freistaat Bayern zahlt mit dem Baukindergeld plus zusätzlich 300 Euro pro Kind über zehn Jahre. Das bayerische Baukindergeld plus wurde aber nicht verlängert, weshalb der Antrag für diese Zusatzförderung nach der Frist über die BayernLabo nicht mehr möglich ist.

Baukindergeld-Einkommensgrenze ist großzügig bemessen

Anspruch auf das Baukindergeld haben Familien innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen mit mindestens einem Kind. Berücksichtigt werden dabei nur Kinder unter 18 Jahren, die auch mit den Eltern in die Immobilie einziehen und dort ihren Hauptwohnsitz haben. Bei einem Kind darf das zu versteuernde Haushaltseinkommen pro Jahr höchstens 75.000 Euro betragen. Pro Kind wird zudem ein Freibetrag von 15.000 Euro berücksichtigt. Familien mit einem Kind erhalten also bis zu einem zu versteuerten Einkommen von 90.000 Euro pro Jahr 1200 Euro Baukindergeld, mit zwei Kindern entspricht die Einkommensgrenze einem zu versteuernden Einkommen von 105.000 Euro ein Baukindergeld von 2400 Euro pro Jahr.

Da das Finanzamt bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommen vom Bruttoeinkommen Werbungskosten wie Fahrten zur Arbeit und Sonderausgaben wie Beiträge zur Altersvorsorge abzieht, kann das Bruttoeinkommen einer Familie mit einem Kind über 90.000 Euro pro Jahr liegen. Zur Berechnung des Haushaltseinkommens wird das Durchschnittseinkommen des vorletzten und vorvorletzten Jahres vor dem Antrag herangezogen. Wird der Antrag auf Baukindergeld dieses Jahr gestellt, dienen also die Einkommenssteuerbescheide der Jahre 2019 und 2018 als Berechnungsgrundlage für das Durchschnittseinkommen.

Welche Baukindergeld-Voraussetzungen noch gelten

Mit dem Baukindergeld wird nur der Erwerb der ersten selbstgenutzten Immobilie gefördert. Ist bereits ein selbstgenutztes, vermietetes, durch Nießbrauch genutztes, unentgeltlich überlassenes oder leerstehendes Wohneigentum zur Dauernutzung in Deutschland vorhanden, gibt es keine Förderung. Das Baukindergeld wird auch nicht für eine Sanierung oder einen Umbau bezahlt. Entscheidend für das Baukindergeld ist die Anzahl der Kinder zum Zeitpunkt der Antragstellung. Bezugsberechtigt sind laut der Bundesregierung außer Familien auch Alleinerziehende. Zieht das Kind später aus und gehört es nicht mehr zum Haushalt, zahlt die KfW das Baukindergeld dennoch volle zehn Jahre lang.

Das Gleiche gilt, wenn das Kindergeld für ein Kind wegfällt, nachdem die Eltern den Antrag auf Baukindergeld gestellt haben. Schwangere sollten wissen, dass es für Kinder, die erst nach dem Antrag zur Welt kommen, keine Förderung gibt. Eine Ausnahme gilt für Wohneigentümer, die vor dem 18. September 2018 eingezogen sind. In diesem Fall berücksichtigt die KfW alle Kinder, die am Tag des Einzugs noch keine 18 Jahre alt waren oder innerhalb von drei Monaten nach dem Einzug geboren wurden.

Baukinder-Geld: Unterlagen rechtzeitig über das login einreichen

Für die Antragstellung und Auszahlung des Baukindergelds ist die staatliche KfW Bankengruppe zuständig. Der Antrag muss spätestens sechs Monate nach dem Einzug in das selbstgenutzte Wohneigentum durch die (Mit-)Eigentümer online im KfW-Zuschussportal gestellt werden. Die Antragsteller erhalten eine Bestätigung im KfW-Zuschussportal. Danach müssen sie ihre Identität per Video-Identifizierung oder mit dem Postident-Verfahren der Deutschen Post nachweisen. Als
Unterlagen müssen die Antragsteller innerhalb drei Monaten nach der Antragsbestätigung über ihr Baukindergeld-Login Einkommensteuerbescheide, die Meldebestätigung, der Grundbuchauszug sowie der notariellen Kaufvertrag einreichen. Beim Bau der Immobilie wird die Baugenehmigung benötigt.

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