Baukonjunktur hellt sich auf

- Berlin - Die deutsche Bauwirtschaft geht mit vorsichtigem Optimismus in das Jahr 2006. "Wir haben eine Beruhigung im Markt, eine leichte Verbesserung. Aber noch haben wir keine Trendwende der Baukonjunktur", sagte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Hans-Peter Keitel, am Mittwoch in Berlin. Für dieses Jahr erwartet er einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Damit wäre der negative Trend der vergangenen zehn Jahre gestoppt.

"Wenn die Trendwende kommt, dann wird sie nachhaltiger sein", fügte er mit Blick auf Befürchtungen hinzu, einem besseren Jahr 2006 mit mehr öffentlichen Aufträgen könne ein neuer Abschwung folgen. Bei öffentlichen und privaten Investitionen gebe es einen Stau, der über die nächsten Jahre aufgelöst werde.

Allerdings sinkt die Zahl der Arbeitsplätze im Baugewerbe noch immer, wenn auch langsamer. 2005 gab es nach vorläufigen Zahlen einen Rückgang um 52 000 Stellen auf 715 000 (minus 6,8 Prozent), 2006 dürfte es einen Verlust von 20 000 weiteren Arbeitsplätzen geben (minus 2,8 Prozent).

Keitel begrüßte die zusätzlichen 4,3 Milliarden Euro der Bundesregierung für Ausbau und Erhaltung von Fernstraßen, Wasserstraßen und Schienenwegen in den Jahren 2006 bis 2009. Mit dem Geld solle auch ein Anreiz geschaffen werden, um zusätzlich privates Kapital zu mobilisieren. Privat finanzierte Autobahnprojekte wie der Abschnitt Augsburg-West - München-Allach (A 8) verzögerten sich durch zu viele Anforderungen der Verwaltung, kritisierte Keitel.

Die günstigere Entwicklung 2006 wird nach der Verbandsprognose vom öffentlichen und vom Wirtschaftsbau getragen. In beide Sektoren werden 2,0 Prozent Umsatzwachstum erwartet, im Wohnungsbau dagegen ein Minus von 1,0 Prozent.

Weiterhin sei ein deutliches Ost-West-Gefälle festzustellen. In den alten Bundesländern sei die Stabilisierung der Baukonjunktur "bereits weit fortgeschritten", entsprechend werde 2006 ein Prozent mehr Umsatz erwartet. In Ostdeutschland rechnet Keitel nochmals mit einem Rückgang um drei Prozent.

Die Auftragseingänge sanken im Zeitraum Januar bis Oktober 2005 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,6 Prozent. Seit Mai stiegen sie allerdings. Für die Periode Mai bis Oktober ergebe sich daher ein Plus von 2,3 Prozent, berichtete Keitel. Dieser positive Trend habe sich auch in den Monaten November und Dezember fortgesetzt, für die noch keine endgültigen Zahlen vorliegen.

Eine Umfrage des Verbandes bei Städten und Kommunen ergab, dass sie in diesem Jahr wieder mehr in Erhalt und Ausbau der Infrastruktur stecken wollen. Vor allem für Schulen, Krankenhäuser und Gemeindestraßen solle wieder mehr ausgegeben werden. Erstmals seit dem Jahr 2000 werde so ein leichter Zuwachs der kommunalen Bauausgaben erwartet  etwa zwei bis drei Prozent.

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