Baumaterial aus zweiter Hand: Nicht am falschen Ende sparen

- Schnäppchen-Jagden im Internet liegen im Trend. Unter den virtuellen Hammer in Auktionshäusern wie Ebay kommen auch gebrauchte Baumaterialien wie alte Fenster, Heizkessel, Speicherheizungen oder Blumenkästen. "Vor dem Mitbieten sollte man sich aber immer erst darüber klar werden, ob gebrauchte Baumaterialien beim jeweiligen Renovierungsprojekt überhaupt Sinn machen", rät Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

<P>"In Bezug auf die Gewährleistung gelten beim Kauf in einem Internet-Auktionshaus die gesetzlichen Bestimmungen, wenn der Artikel von einem gewerblichen Anbieter angeboten wird", erläutert Hagen. Dagegen habe der Käufer bei Angeboten von privat keine Gewährleistungsansprüche.<BR><BR>"Das Wiederverwenden alter Baustoffe ist durchaus wünschenswert, um endliche Ressourcen und Energie für die Herstellung zu sparen", sagt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung. Auch bei der Wiederherstellung alter Häuser sei es absolut sinnvoll, alte, historische Materialien zu verwenden. Keine Gefahr für das Gebäude bestehe, wenn via Internet Dinge wie Türklinken erworben werden.<BR><BR>"Bei der Wiederverwendung von Holz und Mauersteinen ist allerdings Vorsicht geboten, wenn dieses Material nicht vom Händler kommt oder nicht vom Fachmann überprüft wurde", warnt der Architekt. Denn bei ungeprüfter Ware besteht die Gefahr, das eigene Haus mit Schwamm, Hausbock oder Schimmelpilzen zu infizieren, die in altem Material vorhanden sein können.<BR><BR>"Als ,Historische Baustoffe gelten in der Regel Materialien aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg", sagt Christoph Freudenberger, Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Historische Baustoffe. In späteren Jahrzehnten hergestellte Materialien bezeichne der Fachmann als "gebraucht". Um auszuschließen, dass historische oder gebrauchte Baumaterialien mit schädlichen Stoffen belastet sind, sollte ein Käufer sich die Schadstofffreiheit schriftlich bestätigen lassen, empfiehlt Freudenberger.<BR><BR>"Mit dem Internet-Einkaufen wächst das Risiko, sich gesundheitsgefährdende Schadstoffe ins Haus zu holen", warnt Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München. Denn viele Käufer wüssten zu wenig über mögliche Gefahrenquellen. <BR><BR>Alte Bahnschwellen beispielsweise, die manche gern zum Hangabstützen oder zur Begrenzung im Garten verwenden wollen, seien fast immer mit Teerölen behandelt worden. Solche Bahnschwellen dürften wegen der möglichen Gesundheitsgefahren für den privaten Einsatz nicht verkauft werden, sagt Ulrich-Raithel. Durch die Kerne alter Elektrospeicheröfen oder durch alte Gasheizungen könne unbewusst Asbest ins Haus geholt werden.<BR><BR>Die Verwendung alter Baumaterialien ist aus Energiesparsicht nicht immer zu empfehlen. "Beim Austausch von Fenstern ist es in unseren Breiten ratsam, immer neue Energiesparfenster einzubauen", sagt Ulrich-Raithel. Denn die Mehrkosten für die Fenster spare man schnell durch geringere Energiekosten ein.<BR><BR>"Der Einbau alter PVC-Fenster durch Handwerker rechnet sich zudem auch wirtschaftlich nicht", betont Hagen. Denn der Aufwand für den Einbau und die Lohnkosten seien zu hoch. Beim Kauf einer alten Heizungsanlage müsse neben wirtschaftlichen und energetischen Aspekten auch überprüft werden, ob die Anlage überhaupt noch den neuen gesetzlichen Anforderungen genügt. </P><P>In Zweifelsfällen sollten Interessenten Rat bei den Energieberatungsstellen der Verbraucherzentralen suchen (in München nach telefonischer Anmeldung unter 089 / 53 98 70). Die Berater seien in der Regel auch über mögliche Schadstoffgefahren informiert.<BR><BR></P>

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