Merkur-Redakteur Martin Prem.

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Bausparkassen dürfen Altverträge kündigen: Kein Auslaufmodell

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Bausparer können sich nicht mehr gegen die Kündigung eines alten Bausparvertrages wehren, urteilte der BGH am Dienstag. Trotzdem sollte man das Modell nicht abstempeln, meint Redakteur Martin Prem.

Das Urteil hat bei deutschen Bausparkassen für Erleichterung gesorgt: Die Gesellschaften können Altverträge mit vergleichsweise hohen Zinsen kündigen. Das hat der Bundesgerichtshof in letzter Instanz entschieden. Damit sind die Bausparkassen eine existenzbedrohende Last los.

Viele Uraltverträge mit einem – damals bescheidenen – Festzinssatz wurden angesichts des anhaltend niedrigen Zinsumfelds inzwischen zum Renditeknüller. Für Wüstenrot & Co sind sie ein Klotz am Bein. Die ausgeschütteten Zinsen sind als Refinanzierung für wettbewerbsfähige Immobilienkredite viel zu hoch. Andererseits geht nun für Sparer eine der letzten Möglichkeiten verloren, den Wert des Ersparten wenigstens zu erhalten.

Das Geschäft der Bausparkassen bleibt ohnehin schwierig. Es läuft nur, wenn das Zinsniveau hoch ist: Bausparer begnügen sich beim Ansparen mit bescheidenen Erträgen und bekommen in der Darlehensphase günstige Konditionen. Auch wenn das heute altbacken erscheint, sollte man es nicht als Auslaufmodell abstempeln. Für viele heute auskömmlich lebende Rentner war ein Bausparvertrag mit folgendem Immobilienerwerb der erste Schritt gegen spätere Altersarmut. Vielleicht erlebt das Bausparen eine Renaissance – in ferner Zukunft, wenn die Zinsen steigen.

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