+
Das Logo der baden-württembergischen Bausparkasse (LBS). Die Niedrigzinsen machen den Bausparkassen mächtig zu schaffen. Foto: Norbert Försterling/Symbolbild

Bausparkassen sollen gestärkt werden

Etwa 30 Millionen Bausparverträge gibt es in Deutschland. Doch die Niedrigzinsen machen den Bausparkassen mächtig zu schaffen. Der Gesetzgeber will ihnen nun ermöglichen, mehr Erträge erwirtschaften und langfristige Kundenzusagen auch einhalten zu können.

Berlin (dpa) - Die unter der Dauer-Niedrigzinsphase leidenden Bausparkassen sollen gestärkt und so Bausparen auch künftig für Verbraucher attraktiv bleiben.

Mit einer Gesetzesreform sollen Bausparkassen ihre Geschäfte künftig flexibler gestalten und ausweiten können, um so ihre Ertragslage zu stärken, das Kundengeschäft auszuweiten und Risiken zu begrenzen.

Für den einzelnen Bausparer ändert sich nichts. Mit den neuen Regeln solle aber sichergestellt werden, dass sich Verbraucher auch künftig darauf verlassen können, dass die langfristigen Zusagen aus Bausparverträgen eingehalten werden können, hieß es am Dienstag im Bundesfinanzministerium:  "Wir beabsichtigen, die Belange der Bausparer zu wahren und wollen die Bausparkassen in die Lage versetzen, auch mit den Herausforderungen der Niedrigzinsphase umgehen zu können."

Eine Entlastung für Bausparkassen bei Alt-Verträgen, in denen noch hohe Zinszahlungen zugesichert wurden, ist nicht geplant. Beim Verhältnis zwischen Bausparer und Kasse seien keine gesetzlichen Änderungen vorgesehen, hieß es. "Die bestehende Rechtsgrundlage ist hinreichend." Einige Bausparkassen versuchen, Kunden aus lukrativen Alt-Verträgen herauszudrängen. 

Angestrebt wird, das Gesetz in diesem Jahr zu verabschieden. Die neuen Regeln würden dann wohl 2016 in Kraft treten. Aus Sicht des Finanzministeriums muss der Bundesrat nicht zustimmen.

Grundsätzlich sollen auch künftig nur Bausparkassen das Bauspargeschäft betreiben dürfen. Neue Geschäftsfelder müssten also "bausparverwandt" sein, hieß es. Kassen dürften demnach auch künftig Prämiengelder nicht in Aktien anlegen.  

Geplant ist aber, dass Bausparkassen Gelder aus einem Fonds flexibler nutzen, den sie eigentlich jeweils zur Sicherung der Liquidität bei überraschenden Hochzinsrisiken vorhalten müssen. Die Mittel daraus könnten nun auch für "bausparverwandte" Geschäfte genutzt werden - etwa zur Vergabe sonstiger Baudarlehen außerhalb des Bauspargeschäfts an Kunden. Bausparkassen könnten verstärkt Zwischenfinanzierungen anbieten und sich so besser refinanzieren. Auch sollen sie dafür künftig Hypothekenpfandbriefe ausgeben können. Verlangt werde aber auch eine neue Gebäude-Versicherungspflicht.

In Deutschland gab es nach Angaben des Finanzministeriums Ende 2013 rund 30 Millionen Bausparverträge mit Bauspareinlagen von etwa 151 Milliarden Euro. Um Kunden buhlen 21 Bausparkassen - neben privaten auch die Landesbausparkassen. 

Bausparkassen sind wegen langfristiger Verträge und Zinsbindungen besonders von den extrem niedrigen Zinsen betroffen. Die Möglichkeiten, darauf zu reagieren, sind aber begrenzt. "Wir haben aber gegenwärtig keine Erkenntnisse vorliegen, dass an irgendeiner Stelle eine Bausparkasse Probleme hat", hieß es.  

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wirtschaftsverbände fordern Brexit-Unterhändler zur Eile auf
Berlin/London (dpa) - Nach dem Durchbruch in der ersten Phase der Brexit-Verhandlungen fordern Wirtschaftsverbände auf beiden Seiten des Ärmelkanals rasch Klarheit über …
Wirtschaftsverbände fordern Brexit-Unterhändler zur Eile auf
Studie: Einzelhandel setzt immer stärker auf Gastronomie
Köln (dpa) - Der Einzelhandel in Deutschland setzt immer stärker auf gastronomische Angebote, um Kunden trotz der Internetkonkurrenz in die Läden zu locken.
Studie: Einzelhandel setzt immer stärker auf Gastronomie
Maschinenbauer KraussMaffei soll in Shanghai an die Börse
München/Shanghai (dpa) - Der chinesische Staatskonzern ChemChina will den deutschen Maschinenbauer KraussMaffei in Shanghai an die Börse bringen.
Maschinenbauer KraussMaffei soll in Shanghai an die Börse
Treffen zu Siemens-Werken ohne konkrete Ergebnisse
Berlin (dpa) - Ein Treffen zum Stellenabbau in den deutschen Siemens-Werken bei Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) ist ohne konkrete Ergebnisse geblieben.
Treffen zu Siemens-Werken ohne konkrete Ergebnisse

Kommentare