Bau-Tarifgespräche vertagt

- Wiesbaden - Im Tarifkonflikt beim krisengeschüttelten deutschen Baugewerbe hat auch die sechste Verhandlungsrunde keine Lösung gebracht. Die Tarifgespräche für die rund 800 000 Beschäftigten sind nach Verhandlungen bis in die Nacht zum Donnerstag ohne Ergebnis geblieben, teilten die Tarifpartner mit. Gegensätzliche Positionen hätten beiden Seiten noch immer bei der Öffnungsklausel zur Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 42 Stunden vertreten, hieß es vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. Die IG BAU brachte erstmals Lohnerhöhungen für 2005 ins Gespräch, ohne aber Zahlen zu nennen.

Die Gewerkschaft Industrie Bauen-Agar-Umwelt (IG BAU) bedauerte ein fehlendes Entgegenkommen der Arbeitgeber. Auf den Vorschlag der IG BAU, für neue Arbeitszeitregeln Haustarifverträge mit einem Mitspracherecht der Gewerkschaft einzuführen, habe es keine klares Ja gegeben. Ziel der Arbeitgeber sei vielmehr, die Gewerkschaft bei solchen Verträgen nicht mitreden, sondern nur unterschreiben zu lassen. "Das sind dann aber keine Haustarifverhandlungen, sondern das ist Unternehmerwillkür auf dem Rücken verängstigter Belegschaften", kritisierte IG-BAU-Sprecher Michael Knoche.<BR><BR>Pessimistisch zeigt sich die Gewerkschaft auch im Hinblick auf die geforderte Beschäftigungssicherung: "Mit diesen Arbeitgebern ist das zur Zeit nicht zu machen. Das Thema Beschäftigungssicherung rückt in immer weitere Ferne", sagt Knoche. Dabei sei der Arbeitsplatzabbau während der mittlerweile knapp ein Jahr dauernden Tarifgespräche weiter gegangen. Auch in diesem Jahr drohe ein Abbau von rund 20 000 Stellen. Erstmals brachte die IG BAU eine Lohnerhöhung für 2005 auf den Verhandlungstisch. Nach der Nullrunde 2004 könne es nun keinen weiteren Stillstand bei den Einkommen geben. Am 18. März wollen die Tarifparteien in Wiesbaden weiterverhandeln.

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