Bau-Tarifverhandlungen in Wiesbaden

- Wiesbaden - Der Tarifkonflikt am Bau bleibt festgefahren. Auch in der sechsten Verhandlungsrunde in Wiesbaden waren bis zum Abend keine Ansätze für eine Lösung in Sicht. "Wir sehen keine Signale, dass die Arbeitgeber auf uns zukommen", sagte der Sprecher der Gewerkschaft IG BAU, Michael Knoche, am Mittwochabend. Die Bauarbeitgeber hatten zuvor von einem Austausch "konstruktiver Ideen" gesprochen. Diskutiert würden Änderungsvorschläge zu bisher nicht konsensfähigen Positionen, sagte ein Sprecher des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, nannte aber keine inhaltlichen Details.

Streitpunkt in den Verhandlungen für die rund 800 000 Beschäftigten war bisher insbesondere die Forderung der Arbeitgeber nach einer Öffnungsklausel, mit der die Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 42 Stunden ohne Lohnausgleich möglich wäre. Dem erteilte der IG-BAU-Vorsitzende Klaus Wiesehügel vor Beginn der Verhandlungsrunde erneut eine Absage. "Wenn die Betriebe alleine darüber entscheiden wollen, dann geht das nicht", sagte er. Möglich seien in bestimmten Fällen Haustarifverträge mit Mitspracherecht der Gewerkschaft. Zudem will die IG BAU eine Beschäftigungssicherung durchsetzen.<BR><BR>Wiesehügel hatte vor Beginn der Gespräche die Hoffnung auf eine Einigung betont. "Wir müssen zum Ende kommen. Wir brauchen eine Lösung für die krisengeschüttelte Branche." Er schloss nicht aus, dass die Gewerkschaft doch noch Lohnerhöhungen fordern werde. "Für die Tarifrunde 2004 haben wir verzichtet, für 2005 aber noch nicht". Falls keine Einigung zu Stande komme, wolle die Gewerkschaft zunächst abwarten. Der Rahmentarifvertrag laufe noch bis Ende Dezember 2006.

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