Bayer beim Ergebnis auf Rekordkurs - Pharma soll profitabler werden

Leverkusen (dpa) - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer steuert in diesem Jahr auf des beste Ergebnis in der Firmengeschichte zu. Bei der Vorlage der Quartalszahlen am Dienstag in Leverkusen sprach Vorstandschef Werner Wenning von einer erfreulichen Entwicklung aller drei Teilkonzerne: "2007 soll ein neues Rekordjahr werden".

Bis Ende September kletterte der Nettogewinn bedingt unter anderem auch durch Veräußerungsgewinne und steuerliche Effekte auf 4,6 Milliarden Euro. Das war mehr als das Dreifache des entsprechenden Vorjahresgewinns. Bei einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro erhöhte sich das bereinigte operative Ergebnis um 23 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro.

Für das gesamte Jahr rechnet der Vorstand mit Erlösen von rund 32 (Vorjahr: 28,9) Milliarden Euro. Die bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde sich mindestens um einen Prozentpunkt auf 20,3 Prozent erhöhen. Von der guten Geschäftsentwicklung sollen auch die Aktionäre des Unternehmens profitierten.

Konkrete Aussagen zur Dividende machte Wenning zwar nicht, deutete aber eine Erhöhung der Ausschüttung (2006: 1 Euro je Aktie) an. Nachdem Bayer sich schon in den vergangenen Jahren aktionärsfreundlich gezeigt habe, werde das 2007 auch der Fall sein, betonte Wenning.

Neben der Ausschüttung hätten die Anteilseigner auch von Kurssteigerungen profitiert. So sei die Marktkapitalisierung der Bayer AG innerhalb von zwei Jahren verdoppelt worden. An der Börse gehörte die Bayer-Aktie am Dienstag allerdings zu den Verlierern im DAX. Das Papier notierte bis zum Mittag mit 56,44 Euro rund ein Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages.

Tragende Säule des Leverkusener Konzerns ist die Gesundheitssparte HealthCare mit einem Umsatzanteil von rund 46 Prozent. Dabei steuert der Bereich mehr als jeden zweiten Euro zum bereinigten Konzern- EBITDA bei. Das Segment Pharma ist nach der Übernahme von Schering 2006 mit rund 70 Prozent Umsatzanteil das Standbein der Sparte.

"Für die Entwicklung unseres Health-Care-Geschäfts sind wir unverändert optimistisch", betonte Wenning. In diesem Jahr soll die EBITDA-Marge bei über 25 Prozent liegen. Für 2009 hat sich Bayer 28 Prozent vorgenommen, und das gilt nur als ein Zwischenziel: "Ein Health-Care- Unternehmen unserer Größe muss eine Marge von über 30 Prozent erzielen", sagte der Vorstandschef.

Zum vorübergehende Vermarktungsstopp des blutstillenden Medikaments Trasylol sagte Wenning, dass Bayer zunächst weitere Ergebnisse von Studien abwarten wolle und danach über die Wiederaufnahme des Verkaufs entscheide. Bayer hatte den Verkauf von Trasylol, das unter anderem bei Herzoperationen eingesetzt wird, ausgesetzt, nachdem es Berichte darüber gab, dass Patienten nach einer Einnahme des Präparats häufiger starben als bei anderen Medikamenten. "Wir sind überzeugt, dass Trasylol einen positives Nutzen-Risiko-Profil aufweist", sagte Wenning. Bayer hatte mit dem Präparat weltweit von Januar bis Ende September einen Umsatz von 93 Millionen Euro erzielt, davon 63 Millionen Euro in den USA.

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