Bayer-Chef Werner Baumann: "Es wird einen bedeutenden Anteil an Arbeitsplätzen in Deutschland betreffen, aber nicht die Mehrzahl der 12.000 Stellen, wie schon gemutmaßt wurde." Foto: Henning Kaiser
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Bayer-Chef Werner Baumann: "Es wird einen bedeutenden Anteil an Arbeitsplätzen in Deutschland betreffen, aber nicht die Mehrzahl der 12.000 Stellen, wie schon gemutmaßt wurde." Foto: Henning Kaiser

12.000 Arbeitsplätze betroffen

Bayer-Chef: Mehrzahl der Stellen wird im Ausland abgebaut

Bayer will weltweit 12.000 Arbeitsplätze abbauen, viele davon auch in Deutschland. In der Belegschaft regt sich Widerstand. Der Betriebsrat in Wuppertal kritisiert vor allem den Abbau in der Forschung - und ruft für Montag zu Protesten auf.

Leverkusen (dpa) - Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will bei seinem angekündigten Stellenabbau die Mehrzahl der Jobs nicht in Deutschland streichen.

"Es wird einen bedeutenden Anteil an Arbeitsplätzen in Deutschland betreffen, aber nicht die Mehrzahl der 12.000 Stellen, wie schon gemutmaßt wurde", sagte Bayer-Chef Werner Baumann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Genaue Zahlen nannte der Manager aber nicht. Am Montag wollen Beschäftigte in Wuppertal gegen den Abbau protestieren. Die Demo ist laut Betriebsrat kurz vor einer Ansprache des Vorstandschefs geplant, die am frühen Nachmittag an alle deutschen Standorte übertragen werden soll.

"So wie es im Moment aussieht, ist das für uns nicht akzeptabel", sagte der Vorsitzende des Betriebsrates von Bayer Wuppertal, Michael Schmidt-Kießling, zu den Auswirkungen auf die deutschen Standorte. Es seien verschiedene Standorte, verschiedene Bereiche und Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen betroffen. "Viele Details tragen wir so im Moment nicht mit", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Kritisch sieht der Wuppertaler Betriebsrat unter anderem einen Stellenabbau in der Forschung.

Die Arbeitnehmervertretung des Standortes mit mehr als 3000 Mitarbeitern hat für Montagmittag zu einem Demonstrationszug aufgerufen. "Es gibt viel Unverständnis, aber auch Wut im Bauch", sagte Schmidt-Kießling. Bayer will in Wuppertal eine neue Produktionsstätte, die den Regelbetrieb noch nicht aufgenommen hat, schrittweise stillgelegen.

Das Unternehmen hatte am Donnerstag angekündigt, dass nach der Übernahme des US-Unternehmens Monsanto bis Ende 2021 rund 12.000 der 118.200 Arbeitsplätze abgebaut werden. "4000 der 12.000 betroffenen Stellen entspringen den bekannten Synergien aus der Übernahme von Monsanto", sagte Baumann der Zeitung. Durch den Verkauf von Unternehmensteilen soll die Mitarbeiterzahl von Bayer insgesamt sogar noch stärker schrumpfen: Weitere knapp 10.000 Mitarbeiter sollen den Konzernverbund verlassen und unter anderem Dach weiterarbeiten.

Der Stellenabbau in der Bundesrepublik soll sozialverträglich erfolgen. "Wir haben mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, bis Ende 2025 grundsätzlich auf betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland zu verzichten", sagte Baumann der Zeitung.

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