Bayer macht Kauf von Schering perfekt

- Leverkusen - Bayer-Chef Werner Wenning ist am Ziel. Mit dem Erwerb des Berliner Pharmaunternehmens Schering entsteht unter dem Dach des Bayer-Konzerns ein neuer Pharmariese in Deutschland. Strahlend verkündete der Vorstandschef von Bayer: "Heute ist ein besonderer Tag." Für knapp 17 Milliarden Euro hat der Manager die teuerste Akquisition in der Geschichte des Konzerns unter Dach und Fach gebracht.

Rund 88 Prozent des Schering-Kapitals hat Bayer inzwischen auf seine Seite gezogen. In den kommenden zwei Wochen sollen die noch fehlenden 7 Prozent dazukommen, um das Dax-Unternehmen Schering dann vollständig von der Börse nehmen zu können. Als Bayer Schering Pharma AG wird die neue Tochterfirma mit Standort Berlin einen Umsatz von über 9 Milliarden Euro erwirtschaften.

Dabei hatte es für den "weißen Ritter" Wenning in der Endphase der Kaufangebote für Schering gar nicht gut ausgesehen. Die Darmstädter Merck-Gruppe stand kurz davor, mit massiven Zukäufen von Schering-Aktien die Übernahmepläne von Bayer zu torpedieren. Mehr als 20 Prozent brachte Merck unter seine Kontrolle. Wenige Stunden vor Ablauf der Annahmefrist von Bayern kam es zur überraschenden Einigung. Bayer bot 89 Euro - das waren 3 Euro mehr als der in der Kaufofferte genannte Preis - und Merck diente im Gegenzug sein Schering-Paket an.

Dass sich die Übernahme um etwa 2,5 Prozent verteuerte, sei bei einem Transfer dieser Größenordnung zu rechtfertigen. Befürchtungen, dass es deswegen zu einem Stellenabbau kommen könnte, der über den bisher geplanten 6000 Stellen liegt, zerstreute Wenning. Die Mehrkosten könne man über eine bessere Entwicklung des gemeinsamen Unternehmens wieder hereinholen.

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