Bayerische Baubranche schwächelt und baut Stellen ab

München - Die Lage in der bayerischen Baubranche habe sich "seit dem Herbst verschlechtert", man erwarte "keine großen Sprünge", denn die Geschäftslage sei "deutlich ungünstiger". Der Sprecher der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern (LVB), Helmut Hubert, präsentierte auf der gestrigen Frühjahrspressekonferenz trübe Aussichten.

In einer Umfrage unter rund 1500 Firmen meldeten mehr als ein Drittel der Firmen des Bauhauptgewerbes einen Umsatzrückgang, teilte die LVB mit. Der Rückgang der Baugenehmigungen um fast ein Drittel im vergangenen Jahr infolge der Abschaffung der Eigenheimzulage wirke sich in diesem Jahr auf die Zahl der fertiggestellten Bauten aus. "Der Wohnungsneubau ist seit dem vergangenen Jahr das Sorgenkind der Bauwirtschaft", sagte Helmut Hubert und rechnete vor, dass 1994 bundesweit noch 760 000 Baugenehmigungen erteilt worden waren, im Jahr 2007 aber nur mehr 182 000. Dieser Trend sei auf den Freistaat übertragbar, was in den kommenden Jahren zu verstärkten Wohnungsengpässen führen werde, da immer mehr Menschen nach Bayern und dort vermehrt in die Städte ziehen werden, prophezeite Hubert.

Das Bauhauptgewerbe habe laut LVB im Dezember 2007 im Vergleich zum Vorjahresmonat über 22 Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Außerdem müsse die Hälfte der Baubetriebe mit gesunkenen Preisen auskommen, weil "die Preisanhebungen in der Regel nicht den Steigerungen bei den Einkaufspreisen für Baumaterialien folgen konnten", erklärte Hubert. Allein Stahlträger hätten sich beispielsweise in den vergangenen Jahren um 150 Prozent verteuert, Holz um 100 Prozent und Zement um bis zu 30 Prozent.

Der LVB-Umfrage zufolge konnten einige Firmen ihr Personal nicht mehr halten. 32 Prozent der Betriebe musste in den vergangenen Monaten Arbeitsplätze abbauen. Nur sieben Prozent verstärkten ihre Belegschaft. Auch im Gesamtjahr rechnet Hubert mit einem leichten Rückgang der Beschäftigtenzahlen - konkrete Zahlen wollte er aber nicht nennen.

Deutliche Zuwächse im ersten Quartal 2008 konnten allein die Heizungs- und Sanitärtechniker verbuchen, die davon ausgehen, dass die Geschäfte auch in den kommenden Monaten "solide" laufen werden. Die Umstellung auf erneuerbare Energien würde für zahlreiche Aufträge sorgen. 

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