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Mit dem neuen Handelssystem Gettex will die Bayerische Börse, die am Münchner Karolinenplatz sitzt, auch für Privatanleger wieder interessanter werden.

Geldanlage

Bayerische Börse weitet Handel deutlich aus

München - Die Bayerische Börse will für Privatanleger interessanter werden. Deshalb hat die Börse am Montag ein explizit auf die Interessen von nicht institutionellen Anlegern zugeschnittenes Angebot namens Gettex gestartet.

Damit gibt es am Finanzstandort München jetzt neben Max-One ein weiteres Handelssystem. Die beiden gemeinsamen Co-Vorstände der Bayerischen Börse AG Andreas Schmidt und Jochen Thiel zeigten sich bei der gestrigen Vorstellung des Projekts sichtlich zufrieden. „Gettex läuft seit Montag stabil“, freute sich Schmidt. Man wolle mit Gettex im Wettbewerb mit außerbörslichen Anbietern und anderen Börsen in Deutschland wieder Marktanteile hinzugewinnen.

Thiel sagte: „Wir wollen mit Gettex vor allem besonders kostenbewusste Kunden ansprechen.“ Die Vorteile für den Anleger liegen aus seiner Sicht auf der Hand: So fielen bei dem neue Online-Handelssystem etwa keine Courtage und keine Börsenentgelte an. Als ersten Partner für Gettex hat die Bayerische Börse die Comdirect Bank AG, den derzeitigen Marktführer im deutschen Internet-Wertpapierhandel, gewonnen. Rund 13 000 verschiedene Wertpapiere werden aktuell bei Gettex gehandelt. Auch stehen laut Thiel alle wichtigen Ordersysteme zur Verfügung. Der Börsen-Boss betonte: „Der Markt hat positiv auf die Einführung von Gettex reagiert.“

Besonders gefragt waren laut Bayerischer Börse sogenannte Fremdwährungsanleihen. Darunter versteht man Wertpapiere in einer fremden Währung, bei denen der Anleger das Versprechen eingeht, die eingenommenen Gelder zu einem vereinbarten Zeitpunkt verzinst in derselben Währung zurückzuzahlen. Aufgrund der anhaltenden Euro-Schwäche sind diese Papiere derzeit offenbar keineswegs nur für Spekualanten attraktiv. Ein Fünftel aller bei Gettex in den ersten Tagen gehandelten Anlagen waren laut Schätzungen der Börse Fremdwährungsanleihen.

Wer Wert auf besonderen Service legt, ist nach Ansicht des Vorstands der Börse dagegen bei Max-One „am besten aufgehoben“. Anders als viele regionale Börsen konnte der Münchner Standort das Handelsvolumen 2014 mit gut 6,4 Milliarden Euro nach eigenen Angaben im Vergleich zum Vorjahr stabil halten. Der Marktanteil der Bayerischen Börse am Handel aller deutschen Börsen mit Ausnahme des Xetra-Marktes und ohne Einbeziehung von Zertifikaten belief sich zuletzt auf gut 3,5 Prozent.  

Tobias Lill

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