245 bayerische Firmen stehen für die Hälfte des Handels mit Kasachstan

- München - Der große Unbekannte: Kasachstan ist ein riesiges Land, weit im Osten mit immensen Erdölvorkommen, in das einst Russlanddeutsche deportiert worden waren. "Es herrscht ein unglaubliches Informationsdefizit hierzulande", sagt Reinhold Krämmel, Wolfratshausener Bauunternehmer und seit kurzem erster Honorarkonsul der Republik Kasachstan in München. Das Land mit 2,72 Millionen Quadratkilometern Ausdehnung ist nicht nur reich an Erdöl und Gas, sondern überhaupt an Rohstoffen von Buntmetallen bis hin zum Uran.

<P>"Es bietet eine dicke Chance für Bayern", so Krämmel. An den zirka zwei Milliarden Euro Handelsvolumen mit Deutschland haben die 245 dort tätigen bayerischen Unternehmen einen Anteil von über 50 Prozent. </P><P>Das Land mit nur 15 Millionen Einwohnern hat 6467 Kilometer Grenze zu Russland und 1460 km zu China, im Westen reicht es am Kaspischen Meer bis an Europa heran. Weil Kasachstan nicht nur Rohstofflieferant sein möchte, werden neue Industrien wie Informations- und Biotechnologie gefördert. "Wir versuchen uns von der Erdölabhängigkeit frei zu machen - vielleicht noch schneller, als es von manchen westlichen Ländern gewünscht wird", sagt der kasachische Botschafter in Deutschland, Kairat Sarybay. Große Summen aus den Erdölerlösen werden in den Ausbau der Infrastruktur und den Wohnungsbau investiert. Der Bau der neuen Hauptstadt Astana wirkt wie ein gigantisches Konjunkturprogramm.</P><P>Nach der Unabhängigkeit vor 13 Jahren hätten viele Russen und Deutschstämmige das Land vor allem aus ökonomischen Gründen verlassen. Von 1993 bis 2003 hat sich das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 700 auf 2000 US-Dollar verdreifacht. "Viele Russen kehren zurück, auch ein Teil der Auswanderer nach Deutschland", freut sich Sarybay. Das Land brauche mehr Bevölkerung.</P><P>Zusammen mit der IHK will das neu eröffnete Konsulat in München solide Informationen geben - damit die Potenziale des Landes nicht weiter "absolut unbekannt" bleiben.</P>

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