Bayerische Industrie schrumpft

München - Schlechte Zeiten für die bayerische Industrie: Durch eine hohe Exportquote ist sie von der Schuldenkrise und der Weltkonjunktur stark abhängig und bekommt jetzt die sinkende Nachfrage zu spüren. Der Umsatz ist in 2013 gesunken.

Der Umsatz der bayerischen Industrie sank in den ersten fünf Monaten des Jahres um 1,6 Prozent, wie Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) am Donnerstag in München bei der Vorstellung des Industrieberichts 2013 mitteilte. Trotzdem stellten die Unternehmen noch zusätzliche Mitarbeiter ein: „Die Beschäftigung nahm in der ersten Hälfte des Jahres 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,0 Prozent zu“, sagte Zeil.

Mit einer Exportquote von gut 51 Prozent ist die bayerische Industrie stark von der Entwicklung der europäischen Schuldenkrise und von der Weltkonjunktur abhängig. „Gerade in China wächst die Wirtschaft deutlich langsamer als erwartet. Stabilisierend wirkt die ungetrübte Stimmung der privaten Verbraucher in Deutschland“, sagte Zeil. Er rechne mit einem „herausfordernden Jahr für die bayerische Industrie“. Ein leichtes Wachstum halte er noch für möglich.

Die 1,2 Millionen Beschäftigten in den über 7000 bayerischen Industriebetrieben erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 336 Milliarden Euro - das war trotz Rezession bei den Handelspartnern im Euroraum ein Zuwachs von 0,9 Prozent. Mit einem Fünftel aller Erwerbstätigen und über einem Viertel der Wertschöpfung im Freistaat bleibe Bayern ein echter Industriestandort.

Sorge macht dem Wirtschaftsminister aber der steigende Strompreis. Preistreiber sei das Erneuerbare-Energien-Gesetz - das müsse der Bund rasch korrigieren und die Abnahme- und Preisgarantien durch Wettbewerb ersetzen. Ausnahmen von der Ökoabgabe seien für die Industrie lebenswichtig: „Wenn unsere Grundstoffindustrien von heute auf morgen 5,3 Cent EEG-Umlage pro Kilowattstunde Strom bezahlen müssten - das ist mehr als der gesamte Industriestrompreis in den USA -, dann wäre der Industriestandort Bayern schnell am Ende“, warnte Zeil.

dpa

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