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Die Bayerische Landesbank verdoppelt die Bezüge ihrer Aufsichtsräte.

Trotz Stellenstreichungen

BayernLB verdoppelt Bezüge ihrer Aufsichtsräte

München – Die Aufsichtsräte der Bayerischen Landesbank bekommen deutlich mehr Geld. Rückwirkend zum Juli 2013 hob die Generalversammlung der Bank die Bezüge ihrer Kontrolleure an.

Ein Sprecher der BayernLB bestätigte dem "Münchner Merkur" die Erhöhung. „Die Anforderungen an die Tätigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern zum Beispiel durch Gesetzesänderungen haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht“, sagte der Sprecher. „Aufgrund des neuen Landesbankgesetzes und der damit verbundenen Gewinnung und Stärkung externer Aufsichtsräte wurde auch die Vergütung von der Generalversammlung der Bank marktüblich angepasst.“ Die letzte Erhöhung habe vor mehr als zehn Jahren stattgefunden.

Nach Informationen des "Münchner Merkur" aus Landesbankkreisen erhalten einfache Aufsichtsräte nun rund 40.000 Euro pro Jahr – der Vorsitzende, sein Stellvertreter sowie die Vorsitzenden von Ausschüssen bekommen teils erhebliche Aufschläge.  Die Summe aller Vergütungen für die Kontrolleure habe sich etwa verdoppelt, heißt es in Bankenkreisen. Die BayernLB zahlte 2012 insgesamt 376.000 Euro an ihre Aufsichtsräte.

Hierfür verschwendet der Staat unsere Steuergelder

Hierfür verschwendet der Staat unsere Steuergelder

Die Anhebung der Aufsichtsratsbezüge findet statt, obwohl die Bank weitere Stellenstreichungen angekündigt hat.  Von den zehn Milliarden Euro Staatshilfe wurde bislang nur gut eine Milliarde Euro zurückgezahlt.

Der Generalversammlung gehören neben Finanzminister Markus Söder (CSU) auch Beamte des Ministeriums sowie Vertreter der Sparkassen an. Der Oberbürgermeister von Memmingen, Ivo Holzinger, der für die Sparkassen in der Versammlung sitzt, sagte, die Erhöhung der Bezüge sei „die Kehrseite der Medaille“ der Entpolitisierung und Professionalisierung des Aufsichtsrates. Wer gute Leute wolle, müsse entsprechende Vergütungen bieten. Man habe sich an den Vorschlägen von Wirtschaftsprüfern orientiert, sagte Walter Pache, Chef der Sparkasse  Günzburg-Krumbach und ebenfalls Mitglied des Gremiums.

„Es ist ein grundsätzliches Problem, dass die Generalversammlung absolut intransparent ist“, kritisierte der finanzpolitische Sprecher der Landtags-SPD, Volkmar Halbleib, gegenüber dem "Münchner Merkur". „Der Steuerzahler hat die Bank gerettet und darf nun Transparenz erwarten.“

mm

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