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Ralf Haase,Verwaltungs- und Personalrat der BayernLB

Interview

Bayerische Landesbank: „Es fallen noch 200 Stellen weg“

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München - Die Mitarbeiter der Bayerischen Landesbank haben viel mitgemacht in den vergangenen Jahren. Ralf Haase, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats, erzählt im Interview, was das Beihilfeverfahren der EU-Kommission für die Mitarbeiter bedeutet und wie viele Stellen noch wegfallen werden.

Herr Haase, das EU-Verfahren ist abgeschlossen. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Zufrieden bin ich damit, dass es vorbei ist. Das Ergebnis ist schmerzhaft für die Bank.

Die EU verlangt, dass die Bank Beteiligungen wie die LBS und die GBW verkauft, aber es stehen auch noch Veränderungen in der Kernbank an, oder?

Ja. Die Strukturen sind vorbereitet und es geht jetzt in den nächsten Monaten darum, die Maßnahmen umzusetzen. Das ist neben dem normalen Geschäft eine erhebliche Doppelbelastung, die auf uns alle zukommt.

Vorstandschef Häusler hat auch einen weiteren Jobabbau angekündigt.

Das ist während des EU-Verfahrens nie ausgeschlossen worden. Verlässliche Zahlen dazu liegen mir aber noch nicht vor. Ich persönlich rechne damit, dass noch etwa 200 Stellen wegfallen werden. Das ist aber keine erschreckend große Zahl, weil es nicht um Streichungen von heute auf morgen geht.

Welche Abteilungen werden betroffen sein?

Das weiß ich noch nicht. Es gibt keine Abteilungen mit einem Personalüberhang. Wir fangen ja nicht bei null an, sondern haben schon 1000 Stellen abgebaut. Es geht jetzt um ein Nachjustieren, deshalb wird es sicher keine Rasenmähermethode geben. Der Abbau sollte aber vor allem über die natürliche Fluktuation erfolgen.

Ist das zu schaffen?

Das wird sicherlich nicht in allen Bereichen möglich sein, aber der größte Teil ist machbar.

Wann ist es so weit?

Das wird ein Übergangsprozess, der in den kommenden Monaten beginnen und dann sicher ein bis zwei Jahre dauern wird.

Die Schlagzeilen bestimmen immer noch die Altlasten der Bank, wie der Milliardenkredit an die österreichische Hypo Group Alpe Adria, der nicht zurückgezahlt wird.

Natürlich belastet uns das. Ich finde das Verhalten der Österreicher unverständlich. Das ist wie bei einem Mietnomaden, dem man ein Haus vermietet hat und der dann sagt: Ich könnte zwar zahlen, will aber nicht mehr. Man ist dann auf einen Rechtsstreit angewiesen, um seine Forderung durchzusetzen.

Im Verwaltungsrat der Bank sollen künftig keine Politiker mehr sitzen. Was halten Sie davon?

Das geht grundsätzlich in die richtige Richtung. Die Landesbank ist sicher politisch geprägt und wenn man bedenkt, dass dieses Jahr noch ein Wahlkampf ansteht, kann ich es nur begrüßen, dass die Entpolitisierung umgesetzt wird.

Sie sitzen selbst im Verwaltungsrat und sollen künftig schon bei einfacher Fahrlässigkeit haften. Macht Ihnen das Angst?

Das ist bei jedem anderen Unternehmen auch so, damit muss man sich arrangieren, wenn man so ein Amt hat. Ich habe damit kein Problem.

Das Personal soll auch künftig nur einen Vertreter im Verwaltungsrat stellen. Reicht Ihnen das?

Ich hätte mir – wie ursprünglich geplant – mindestens einen zweiten Vertreter gewünscht. Die Belegschaft hat in den vergangenen Jahren den Veränderungsprozess gemeistert und hätte eine stärkere Einbindung verdient.

In Aktiengesellschaften ist der Aufsichtsrat meist paritätisch besetzt.

Ja, das hätte ich mir für die BayernLB auch gewünscht. Aber das ist bei Landesbank und Sparkassen wohl eine Illusion.

Wann wird die BayernLB wieder eine normale Bank sein?

Ich fürchte, erst wenn die fünf Milliarden Euro (Staatshilfen, d.Red.) zurückgezahlt sind. Ich würde mir aber wünschen, dass die Politik schon früher erkennt, dass wir unsere Verpflichtungen erfüllen wollen und es auch tun. Auf das Pferd, das man reitet, sollte man nicht ständig einschlagen.

Interview: Philipp Vetter

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