Bayerische Landesbank: Freistaat blockt Hochzeit mit LBBW ab

München - Die Spekulationen über eine süddeutsche Super-Landesbank haben sich zerschlagen. Der Freistaat lehnt eine Fusion der BayernLB mit der größeren LBBW in Stuttgart gegen den Willen der Sparkassen ab. Die Politik fürchtet um ihren Einfluss.

Die Bayerische Landesbank bleibt vorerst eigenständig. Bayerns Finanzminister Erwin Huber erklärte am Mittwoch nach einer Landtagssitzung, es werde keine Fusionsgespräche mit den Eigentümern der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) geben. Der Münchner Finanzkonzern sei stark genug, alleine in "die überschaubare Zukunft" zu gehen. Nachdem der damals amtierende Ministerpräsident Edmund Stoiber im September angeordnet hatte, einen Zusammenschluss beider Institute zu prüfen, spekulierte die Finanzbranche heftig über das Entstehen einer "Super-Landesbank".

Dass es dazu nicht kommt, begründete Huber mit politischen Argumenten. "Eine Fusion mit der LBBW hätte zwar betriebswirtschaftliche Vorteile, würde aber auch den Finanzplatz München schwächen", sagte der Minister. Dies müsse der Freistaat, dem die BayernLB zur Hälfte gehört, berücksichtigen. Die Landesbank ist nach der Übernahme der HypoVereinsbank durch die italienische Unicredit-Gruppe die letzte eigenständige Großbank mit Sitz in München. Im Falle einer Fusion wären Stellen weggefallen und womöglich Funktionsbereiche nach Stuttgart gewandert. Zudem wäre der Freistaat zum Minderheitsgesellschafter abgestiegen und hätte an Einfluss verloren.

Die Staatsregierung setzt den Alleingang der BayernLB gegen den Willen der Sparkassen durch, denen die anderen 50 Prozent des Kreditinstituts gehören. Der bayerische Sparkassenverband befürwortet ein Zusammengehen der beiden Landesbanken im Süden seit Langem. Dadurch würde eine Bank entstehen, "die sowohl dem Mittelstand und allen anderen Kunden, als auch den Sparkassen in Bayern erhebliche Vorteile im Wettbewerb bringen wird", hieß es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung. Gegen das Veto des Freistaats können die Sparkassen aber keine Verhandlungen mit der LBBW führen. "Wir müssen die Entscheidung der Staatsregierung mittragen", erklärte das Sparkassen-Lager. Beide Seiten betonten jedoch, es habe darüber keinen Streit gegeben.

Erwin Huber erklärte, dass die Bayerische Landesbank auf absehbare Zeit eigenständig bleiben soll. Weitere Übernahmen im Ausland und in Deutschland schloss er aber nicht aus. "Die Landesbank wird sich umsehen, was sich auf dem deutschen und europäischen Markt ergibt", sagte Huber. Den Eigentümern sei bewusst, dass wegen des harten Wettbewerbs auf dem internationalen Bankenmarkt weitere strategische Entscheidungen notwendig seien - auch wenn das derzeitige Geschäftsmodell tragfähig sei. Sie befänden sich aber nicht in einer Zwangssituation. Das Kreditinstitut mit seinen weltweit 17 000 Mitarbeitern hat im vergangenen Jahr fast 1,4 Milliarden Euro verdient.

Die Debatte über ein Zusammengehen von Landesbanken hatte LBBW-Chef Siegfried Jaschinski im Frühjahr in Schwung gebracht. Es sei unausweichlich, dass sich die elf überwiegend öffentlich-rechtlichen Geldhäuser zu einem großen Institut zusammenschlössen, um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können. Die LBBW als größte Landesbank wolle dabei eine Führungsrolle übernehmen, hatte Jaschinski erklärt.

Das tut sie mittlerweile. Nach der Übernahme der notleidenden SachsenLB im Sommer, zeichnet sich nun auch der Einstieg bei der angeschlagenen WestLB in Düsseldorf ab. Dadurch würde die LBBW ihren Vorsprung gegenüber der BayernLB weiter ausbauen. Ein Münchner Landesbanker äußerte sich deswegen gegenüber unserer Zeitung besorgt: "Es kann uns nicht egal sein, wenn Stuttgart immer mächtiger wird."

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