Die Bayerische Landesbank lässt die schlechten Zeiten hinter sich

- München - Die Bayerische Landesbank hat die schlechten Zeiten überstanden. Nachdem 1000 Stellen abgebaut sowie Beteiligungen und Kreditrisiken reduziert wurden, arbeitet das Institut, das je zur Hälfte dem Freistaat und den bayerischen Sparkassen gehört, wieder hoch profitabel. In den nächsten Tagen will die Bayern LB ihre Beteiligung am Baukonzern Züblin losschlagen.

<P class=MsoNormal>"Die im Jahr 2002 begonnene Transformation des Geschäftsmodells trägt Früchte", erklärte der Vorstandsvorsitzende Werner Schmidt. Das operative Ergebnis stieg im vergangenen Jahr um knapp 74 Prozent auf 950 Millionen Euro - "das beste Ergebnis in der Geschichte der Bayerischen Landesbank". Die Eigenkapitalrendite verdoppelte sich nahezu von 4,9 auf 9,5 Prozent. "Spätestens 2006" will die Bayern LB die Quote auf 15 Prozent hochgeschraubt haben. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres steigerte sie ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut zwei Prozent. Der Stellenabbau sei - früher als geplant - abgeschlossen. Weitere Personal-Maßnahmen stünden nicht an. Derzeit beschäftigt die Bank gut 5000 Menschen.</P><P class=MsoNormal>In den nächsten "ein bis zwei Wochen" entscheide das Institut, an wen seine Beteiligung am Baukonzern Ed. Züblin verkauft werden soll, kündigte Schmidt an. Die BayernLB besitzt 48,7 Prozent von Züblin als Sicherheit für Kredite an den insolventen Walter-Bau-Konzern. Als mögliche Käufer gelten das österreichische Unternehmen Strabag und die schwäbische Familie Lenz, die bereits Großaktionär von Züblin ist und zum Mehrheitseigner würde. Für die Entscheidung seien zwei Faktoren ausschlaggebend, erklärte Schmidt: "Wie viel wird gezahlt? Und - bei vergleichbaren Angeboten - was ist aus deutscher Sicht der interessantere industrielle Partner?" Die Beschäftigten von Züblin hatten die Landesbank aufgefordert, die Anteile nicht an die Strabag zu verkaufen, da sie in diesem Fall offenbar deutlichen Stellenabbau befürchten.</P><P class=MsoNormal>Schmidt verteidigte die Trennung von Privatbanken, Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen und Landesbanken in Deutschland. Ein Aufbrechen dieses so genannten Drei-Säulen-Modells "würde den Wettbewerb schwächen", argumentierte er. EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy kündigte unterdessen an, dass das deutsche Bankensystem in einem Bericht zu Übernahmebarrieren in Europa enthalten sein werde. Nie zuvor hat ein EU-Kommissar öffentlich die Banken-Struktur in Deutschland in Frage gestellt.</P><P class=MsoNormal>Die Bayerische Landesbank veröffentlichte erstmals ihre Vorstandsgehälter einzeln. Demnach verdiente Schmidt im vergangenen Jahr knapp eine Million Euro, seine beiden Stellvertreter erhielten gut 560 000 Euro und die anderen Vorstandsmitglieder rund 480 000 Euro.</P>

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