Bayerische Rentenversicherer müssen hunderte Stellen streichen

- München - Die Rentenversicherungsträger in Bayern müssen in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich hunderte Stellen streichen. Grund dafür ist die Neuorganisation der deutschen Rentenversicherung, in deren Rahmen die Verwaltungsausgaben um zehn Prozent gekürzt werden müssen. Außerdem wird die Zahl der derzeit fünf bayerischen Landesversicherungsanstalten (LVA) reduziert. Am 19. April soll ein Gutachten vorgestellt werden, dass Vorschläge für eine Zusammenlegung macht.

<P class=MsoNormal>Mit der neuen Organisation, die ab dem 1. Oktober gilt, wird die traditionelle Trennung zwischen Arbeitern und Angestellten in der Rentenversicherung aufgegeben. Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) und der Verband Deutscher Rentenversicherer (VDR) fusionieren zur Deutschen Rentenversicherung. Die Zahl der bundesweit 22 LVAen soll mittelfristig reduziert werden.</P><P class=MsoNormal>Das Reformgesetz enthält zudem einen Passus, wonach die Versicherer bis 2010 ihre Verwaltungskosten um zehn Prozent reduzieren müssen. Laut Fritz Schösser, als DGB-Chef auch alternierender Vorstandsvorsitzender der LVA Oberbayern, wäre eine solche Zielvorgabe nur durch die Streichung von 500 Stellen zu erreichen. "Das ist in Bayern aber kaum zu realisieren. Schließlich arbeiten bei den LVAen ja vor allem Beamte", sagte Schösser unserer Zeitung. </P><P class=MsoNormal>Klar ist aber, dass die Versicherer das Einsparziel nicht ohne eine deutliche Stellenreduzierung erreichen können. Im bayerischen Arbeitsministerium kennt man die Problematik, gibt sich aber zurückhaltend. "Die Vorschläge der Selbstverwaltung müssen jetzt erst einmal abgewartet werden, bevor sie bewertet werden können", heißt es im Haus von Ministerin Christa Stewens auf Anfrage. Generell gelte aber: "Einsparungen bei Verwaltungsausgaben sind im Interesse der Beitragszahler und der Rentner, da geringere Verwaltungsausgaben den Beitragssatz entlasten und damit Arbeitsplätze sichern." Auch der Freistaat hatte dem zustimmungspflichtigen Reformgesetz im Bundesrat seine Stimme gegeben.</P><P class=MsoNormal>Ebenso vorsichtig agiert das Ministerium bei der Frage der Zusammenlegung der bayerischen LVAen: "Auch hier gilt: Vorfahrt für die Selbstverwaltung", heißt es lediglich. Die Selbstverwaltung, bestehend aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern, hat beim "Bremerhavener Institut für Organisation und Software" (Bios) ein Gutachten in Auftrag gegeben. Nach Informationen unserer Zeitung schlägt dieses Gutachten, das am 19 April öffentlich vorgestellt wird, drei Alternativen vor. Aus diesen soll die Selbstverwaltung eine auswählen:</P><P class=MsoNormal> Kooperationsmodell: Alle fünf LVAen blieben erhalten, würden aber enger kooperieren.</P><P class=MsoNormal> Zweigliedriges Modell:  Demnach gäbe es künftig nur noch eine LVA für Franken sowie eine LVA für den Rest Bayerns.</P><P class=MsoNormal> Zentralregelung: Es gäbe nur noch eine LVA Bayern mit Zentrale in München.</P><P class=MsoNormal>Alles diese Modelle sehen jedoch vor, dass die bisherigen fünf Standorte München, Landshut, Augsburg, Würzburg und Bayreuth erhalten bleiben. Fritz Schösser sieht deshalb durch die Zusammenlegung nur marginale Einsparmöglichkeiten. "Da kann man allenfalls 30 bis 40 Führungspositionen streichen." Schösser selbst glaubt, dass es am Ende auf das zweigliedrige Modell hinausläuft. Das Ministerium hat dagegen "die Meinungsbildung ist noch nicht abgeschlossen". </P><P class=MsoNormal>Die Stimme von Christa Stewens könnte allerdings noch Gewicht bekommen. Sollte sich die Selbstverwaltung nicht einigen, muss am Ende das Ministerium die Entscheidung treffen.</P>

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