Verdacht des Abgasbetrugs: Ermittler durchsuchen Daimler 

Verdacht des Abgasbetrugs: Ermittler durchsuchen Daimler 
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Peter Driessen, BIHK-Hauptgeschäftsführer, sieht noch keinen Grund zur Sorge.

Konjunktur

Bayerische Unternehmen verlieren ihren Optimismus

München - Der Stimmungstest der bayerischen Wirtschaft zeigt: Noch sind die rund 4000 Unternehmen hinsichtlich ihrer Lage gut gestimmt. Doch in die Zukunft schauen die meisten eher düster.

Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), will nicht schwarzmalen. „Wirtschaft ist ja auch Psychologie“, schickt er voraus und zieht sein Fazit aus dem herbstlichen Stimmungstest der bayerischen Wirtschaft: „Das Glas ist mehr als halb voll.“

In der Tat liegen fast alle Indikatoren, die bei 4000 Unternehmen abgefragt wurden, nach wie vor im positiven Bereich. Das gilt aber nur für den Blick auf die Gegenwart. Denn die Zahlen verdeutlichen, dass sich das Glas rapide leert. Um so stärker, je weiter der Blick in die Zukunft gerichtet ist.

Der Saldo bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage sank seit dem Frühjahr von 38 auf 35 Punkte. 42 Prozent der Unternehmen betrachten ihre Geschäftslage als gut, nur sieben Prozent als schlecht. „Noch kein Grund zur Sorge“, sagt Driessen und betont dabei das „noch“.

Denn schon bei den Aussichten für die kommenden zwölf Monate sank der Saldo von 22 auf acht Punkte: 21 Prozent bewerteten ihre Aussichten als besser, zwölf Prozent als schlechter. Entsprechend mau sind die Investitionsabsichten: Der Saldo hier sank seit dem Frühjahr von 17 auf 13 Punkte. Bei der Beschäftigung ging er sogar von acht auf nur noch drei Punkte zurück: 15 Prozent der Unternehmen wollen weiter einstellen, bereits zwölf Prozent wollen Beschäftigung abbauen.

 Er rechnet nicht mit Ausweitung der Kurzarbeit

„Ein größerer Personalabbau steht jedoch nicht bevor“, tröstet Driessen. Auch mit einer Ausweitung der Kurzarbeit rechnet er nicht. Steigende Risiken sehen die Unternehmen in der Entwicklung sowohl der Inlands- als auch der Auslandsnachfrage sowie in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Als Rezept gegen eine drohende Krise fordert Driessen staatliche Investitionen in die Infrastruktur – anstatt vorhandene Gelder umzuverteilen. In diesem Zusammenhang kritisiert er erneut die Mütterrrente, den Mindestlohn und die Rente mit 63.

Dafür rät er, mit dem Abbau der kalten Steuerprogression den privaten Konsum anzufachen und kleinere Unternehmen zu entlasten. Für alle Unternehmen fordert er, die seit einem halben Jahrhundert unveränderte Abschreibungsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von 420 Euro (800 D-Mark) wenigstens auf 1000 Euro zu erhöhen. Es würde auch zum Bürokratieabbau beitragen, wenn nicht jede Smartphone-Rechnung jahrelang in den Büchern mitgeschleppt werden müsse.

Auf wirklich lange Sicht kann Driessen seine optimistische Sicht nicht aufrechterhalten. Er beklagt die „pathologische Investitionsschwäche“ auch der Unternehmen, für deren Überwindung die Politik die Voraussetzungen schaffen müsse. Auch bei den Innovationen sieht er eine Fehlentwicklung.

„Während die Patentanmeldungen zwischen 2004 und 2013 in den USA um 53 Prozent und in Japan um 63 Prozent gestiegen sind, betrug der Zuwachs in Deutschland gerade mal 13 Prozent.“ Dabei müsse der Trend in Deutschland klar in die Gegenrichtung gehen. Driessen: „Um unseren derzeitigen Wohlstand zu sichern, brauchen wir beides: Investitionen und Innovationen.“

Martin Prem

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