Bayerische Versorger erhöhen Strompreise

- München/Berlin - Fast alle Haushalte in Bayern müssen sich auf steigende Strompreise im kommenden Jahr einstellen. Etwa drei Viertel der Stromversorger im Freistaat hätten bereits Antrag auf Preiserhöhungen zum Jahreswechsel gestellt, sagte Herbert Dombrowsky, Chef des Branchenverbands VBEW. Bis Ende des ersten Quartals würden dann vermutlich 90 Prozent der Anbieter die Preise erhöht haben. "Die Unternehmen, die jetzt keinen Antrag stellen, können das wirtschaftlich eigentlich nicht begründen."

Im Schnitt seien Preiserhöhungen von drei bis fünf Prozent zu erwarten. Für einen Durchschnittshaushalt mache das 15 bis 30 Euro im Jahr aus. Der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft mit 220 Mitgliedern verteidigte die Anhebungen als wirtschaftlich ohne Alternative. "Die Energieversorgungsunternehmen betreiben keine Bereicherungspolitik auf Kosten der Kunden", erklärte Dombrowsky. Die Preiserhöhungen seien lediglich Reaktion auf gestiegene Kosten. Die eigentlichen Energiepreise ohne den Staatsanteil lägen für Haushaltskunden noch immer 15 Prozent unter dem Preis von 1998. Damals wurden die Strommärkte liberalisiert. Während die Preise anfangs in den Keller fielen, ziehen sie seit 2001 wieder spürbar an. Dabei müsse aber berücksichtigt werden, dass der Staatsanteil am Strompreis in der Zwischenzeit von 25 auf 40 Prozent gestiegen sei, sagte Dombrowsky. Nach Einschätzung des Verbands sind weitere Preiserhöhungen absehbar. Der Bürokratieaufwand werde durch die Gesetzesinitiativen der Bundesregierung weiter steigen.

Trotz des Kurswechsels der Bundesregierung zeichnet sich beim umstrittenen Energiewirtschaftsgesetz vorerst keine rasche Einigung ab. Das geplante Gesetz soll für mehr Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt sorgen. Kurzfristig hatte die Bundesregierung der Forderung des Bundesrates entsprochen, dass die Nutzungsentgelte für die Durchleitung von Strom und Gas vorab von der Regulierungsbehörde genehmigt werden müssen.

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