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Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), warnt vor Engpässen.

Bayerische Wirtschaft sorgt sich um Rohstoffversorgung

München - Die bayerische Wirtschaft warnt vor Engpässen in der Rohstoffversorgung und betonte die ernsthafte Bedrohung für viele Unternehmen.

Der weltweit wachsende Bedarf an Rohstoffen bei gleichzeitigen Exporteinschränkungen in den Förderländern könnten zur ernsthaften Bedrohung für viele Unternehmen werden, erklärte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) am Dienstag in München. So enthielten viele Produkte der Metall- und Elektroindustrie geringe Mengen seltener Metalle und Mineralien, die für ihr Funktionieren unverzichtbar seien. “Ein Engpass bei der Versorgung mit diesen Rohstoffen kann ganze Wertschöpfungsketten lahmlegen“, warnte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. “Das Thema wird derzeit unterschätzt.“

Mit einem vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erarbeiteten Gutachten will die vbw auf das Problem aufmerksam machen. Darin sieht das Institut beispielsweise Risiken für die Versorgung mit Lithium, das derzeit vor allem für Handy- und Laptop- Akkus verwendet wird. Gemessen an der derzeitigen Verwendung würden die Lithium-Reserven noch 160 Jahre reichen, hat das IW errechnet. Weil der Rohstoff aber beispielsweise auch für Batterien von Elektroautos verwendet wird, dürfte die Nachfrage in den kommenden 20 Jahren noch um ein Vielfaches steigen, sagte Hubertus Bardt vom IW Köln. Bei diesem und zahlreichen anderen Rohstoffen erwarten die Experten deshalb auch drastische Preisanstiege.

Ein Großteil der Unternehmen im Freistaat stellt sich bereits auf mögliche Nachteile für das Geschäft durch eine mangelnde Rohstoffversorgung ein, wie eine Befragung unter 8000 Betrieben ergab. Neben Preissteigerungen und -schwankungen gilt auch die mangelnde Verfügbarkeit von Rohstoffen als großes Risiko. “Besonders kritisch wird die Rohstoffversorgung von der chemischen Industrie, der Metall- und Elektroindustrie sowie dem Verkehrswesen eingeschätzt“, sagte Brossardt. Um gegenzusteuern, sollten die Unternehmen verstärkt auf Forschung und Entwicklung und den Ersatz gefährdeter Rohstoffe setzen und sie effizient verwenden.

Aber auch die Politik sei gefordert, die Unternehmen zu unterstützen. Neben der Öffnung der Märkte gehöre dazu auch, das politische Netz mit rohstoffreichen Ländern eng zu knüpfen und zu pflegen.

dpa

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