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Randolf Rodenstock, Unternehmer und Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

Bayerische Wirtschaft: "Spiel mit dem Feuer"

München - Bayerns Wirtschaft zeigt sich optimistisch, dass das Wachstum ab Sommer wieder anzieht. Man will Schuldenkrise und Co. trotzen.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir die Delle in den nächsten Monaten überwinden“, sagte der Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), Randolf Rodenstock in München. Er stützt sich auf die Frühjahrsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter bayerischen Unternehmen und den sogenannten „Weißbier-Index“ der vbw. Rodenstock warnte allerdings vor Risiken wie die Ausbreitung der Euro-Schuldenkrise.

Wie erwartet, habe sich die Wirtschaft in Bayern zum Jahresbeginn weiter abgekühlt, sagte Rodenstock. So fiel der vbw-Index gegenüber Herbst um acht auf 134 Punkte. Vor allem in der Industrie laufe es schwächer. Handel, Gastronomie und Bau hätten dagegen leicht zugelegt, so Rodenstock. Trotz des Rückgangs liege der Index aber immer noch über dem langjährigen Durchschnitt.

Für die nächsten Monate sind Bayerns Unternehmen eher zuversichtlich. Knapp 42 Prozent der Betriebe rechnen mit einer steigenden Produktion, 17 Prozent fürchten dagegen einen Rückgang. „Die Hoffnungen ruhen aber vor allem auf dem Inlandsgeschäft“, sagte Rodenstock.

Neben der Schuldenkrise sorgen vor allem die laufenden Tarifverhandlungen für Unsicherheit bei den Unternehmen. Mit Blick auf die Warnstreiks der IG Metall warf Rodenstock der Gewerkschaft „ein gefährliches Spiel mit dem Feuer“ vor. Durch die moderate Lohnpolitik seien in den letzten sechs Jahren bundesweit drei Millionen zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Auch die Binnennachfrage habe dadurch profitiert. „Das wäre wirklich saublöd, wenn wir das durch falsche Tarifpolitik gefährden“, warnte der vbw-Präsident.

Trotz der verhärteten Fronten bleibt Rodenstock optimistisch. „Ich gehe davon aus, dass man sich in den nächsten Wochen irgendwie einigen kann. Aber das wird sehr, sehr schwer werden.“ Rodenstock verteidigte erneut das Arbeitgeberangebot von drei Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 14 Monaten. Die IG Metall fordert dagegen ein Lohnplus von 6,5 Prozent. Zugleich kämpft die Gewerkschaft für mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern und eine unbefristete Übernahme von Auszubildenden. Beide Forderungen bezeichnete Rodenstock als „unnötig“ und „schädlich“. Die Gewerkschaft dürfe bei ihren Mitgliedern nicht falsche Erwartungen wecken.

S. Habit

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