Bayern bleibt im Bio-Boom

- München - Die Begeisterung der Bayern für ökologisch erzeugte Lebensmittel nimmt weiter rasant zu. Mit Bio-Produkten wurden im vergangenen Jahr im Freistaat rund 800 Millionen Euro umgesetzt ­ etwa 15 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte der Landesverband des Bayerischen Einzelhandels (LBE) mit. Damit bleibt die Gesundkost eines der erfolgreichsten Segmente im Handel. Der gesamte Markt für Lebensmittel in Bayern wuchs nur um ein Prozent auf 23,2 Milliarden Euro.

Auch heuer wird sich der Bio-Boom fortsetzen, erwartet Hans Jürgen Bönsch, Vorsitzender der Fachgemeinschaft Lebensmittel beim LBE. Er rechnet erneut mit Zuwachsraten zwischen zehn und 15 Prozent. "Die Kunden sind bereit, für Qualität mehr zu zahlen", erklärte Udo Klotz, Geschäftsführer der Fürstenfeldbrucker Handelskette AEZ, die neun Supermärkte im Großraum München betreibt. Man erlebe eine "kleine Kulturrevolution". Jahrzehntelang seien die Verbraucher insbesondere von Discountern dazu erzogen worden, nur auf den Preis zu achten. Jetzt spiele die Qualität eine immer größere Rolle. Der Bio-Boom führt mitunter zur Knappheit von Öko-Produkten. Und das dürfte sich nach LBE-Einschätzung in steigenden Preisen niederschlagen.

Die größeren Supermärkte hätten im vergangenen Jahr zu den Gewinnern des Handels gezählt. Viele kleinere blieben aber auf der Strecke. In den vergangenen drei Jahren hätten 1850 Lebensmittelgeschäfte geschlossen. Derzeit gebe es etwa 10\x0f000 Supermärkte in Bayern ­ Tendenz fallend. "Wir werden nach wie vor ein Supermarkt-Sterben haben", sagte Bönsch.

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