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Bayern und Baden-Württemberg sind laut einer Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft in Deutschland am stärksten von der Krise betroffen.

Bayern bundesweit von der Krise mit am stärksten betroffen

München - Hohe Exportquoten, moderne Industrie, große Konzerne: Dennoch sind Bayern und Baden-Württemberg weitaus stärker von der Wirtschaftskrise betroffen als die anderen Bundesländer.

Hohe Exportquoten, moderne Industrie, große Konzerne: Das sind normalerweise die Zutaten für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort. In der Krise jedoch wird all das zur Archillesferse. Deshalb sind Regionen wie Bayern und Baden-Württemberg weitaus stärker von der wirtschaftlichen Talfahrt betroffen als alle anderen in Deutschland.

Das Land steckt noch immer in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Ging das Wachstum infolge der großen Ölkrise von 1975 nur um 0,9 Prozent zurück, so wird heuer mit einem Minus des Bruttoinlandsproduktes von 5 Prozent gerechnet. Doch es trifft nicht alle Regionen gleichermaßen. Während es in Berlin (mit minus 2,3 Prozent im 1. Halbjahr 2009), Schleswig-Holstein (minus 2,9) und Brandenburg (minus 3,6 Prozent) vergleichsweise sanft nach unten ging, brach das Wachstum in Bayern (minus 6,6 Prozent) und Baden-Württemberg (minus 10,1 Prozent) umso drastischer ein.

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat dieses Phänomen im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft genauer untersucht. Ergebnis: Von den bundesweit zehn Landkreisen, die am stärksten von den Folgen der Wirtschaftskrise betroffen sind, liegen sieben in Baden-Württemberg und jeweils einer in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Von den zehn am wenigsten betroffenen Regionen sind sechs in Mecklenburg-Vorpommern, drei in Niedersachsen und eine in Brandenburg. In die Berechnung gingen Indikatoren wie Umsatz- und Export-Rückgänge sowie das Minus bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen ein.

Der am stärksten betroffene Landkreis ist Tuttlingen, das vor einem Jahr 2,9 Prozent Arbeitslose hatte und heute 5,3 Prozent. Auf Rang zehn unter den Top-Betroffenen landete der Landkreis Dingolfing-Landau, in dem das weltgrößte BMW-Werk liegt. Durch die Krise der Autoindustrie war Dingolfing schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Am anderen Ende der bayerischen Skala lag Garmisch-Partenkirchen, das mit seiner stark touristisch geprägten Struktur die aktuelle Krise am wenigsten spürte. Garmisch-Partenkirchen landete auf Platz 348 von 413 untersuchten Kreisen, auch Miesbach (Platz 301) war wenig tangiert.

Die Strukturanalyse der stark betroffenen Regionen ergab, dass es hier überdurchschnittlich viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gibt. Auch leiden Standorte mit besonders vielen Großunternehmen stärker unter der Krise als die übrigen. Ein ähnliches Ergebnis zeigt der Vergleich der Exportquoten: Mit 41,9 Prozent lag sie in den stark betroffenen Regionen erheblich höher als in den gering betroffenen (28,8 Prozent). Auch in der Branchenstruktur zeigten sich Unterschiede. In stark betroffenen Regionen arbeiten 46,3 Prozent der Beschäftigten in der Industrie, 28,1 Prozent davon in der Metall- und Elektroindustrie. In wenig betroffenen Regionen waren es 24,8 bzw. 6,9 Prozent.

Es sind die starken Regionen, so das Fazit der Studie, die in besonderem Maße unter der globalen Wirtschaftskrise leiden.

Von Corinna Maier

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