Bayern deutet erstmals Bereitschaft zu Fusion BayernLB-LBBW an

München - Der Widerstand der bayerischen Staatsregierung gegen eine Fusion der BayernLB mit der Landesbank Baden-Württemberg bröckelt. "Wir werden selbstverständlich in der Zukunft alle Optionen prüfen. Im Geschäftsleben, bei der heutigen Dynamik, kann man eine Position nie für immer und ewig ausschließen. Das wäre ja blind", sagte Bayerns Finanzminister Erwin Huber (CSU) in einem Zeitungs-Interview.

Allerdings müssten zunächst alle Belastungen aus der Kreditkrise aufgearbeitet werden, "bevor man solche Ehen eingeht".

Bisher hatte die Staatsregierung eine Fusion von BayernLB und LBBW, bei der die Münchner wohl der Juniorpartner wären, strikt abgelehnt. Der Zusammenschluss wird schon seit längerem von den bayerischen Sparkassen gefordert, denen die Hälfte der BayernLB gehört. Nach Informationen des "Spiegel" machen sie weiter Druck. Die Sparkassen drohen dem Bericht zufolge damit, sich aus der BayernLB zurückzuziehen, falls der Zusammenschluss mit der LBBW weiter blockiert wird. Huber könne dann "mit dem Laden anstellen, was er will", zitierte der "Spiegel" einen Sparkassen-Funktionär. Ein Sparkassenverbands-Sprecher wollte sich am Samstag nicht zu den Spekulationen äußern.

LBBW-Chef Siegfried Jaschinski, Vorstandsvorsitzender der LBBW, wies auf finanzielle Substanz der meisten deutschen Banken hin. Die internationale Finanzkrise habe das deutsche Bankwesen im Vergleich zu den Banken in den USA und der Schweiz vergleichsweise wenig getroffen. Im SWR-Interview der Woche sagte er am Samstag, dass sich in Deutschland kein Bankkunde Sorgen um sein Geld machen müsse. "Alle Banken bis auf die West-LB, die IKB und die Sachsen-LB werden meines Wissens für 2007 Gewinne ausweisen. Und solange eine Bank Gewinne ausweist, sollte man sich keine Sorgen machen, dass das Geld in irgendeiner Form verloren gehen könnte."

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