Eon Bayern erhöht Stromtarife heuer nicht

München - In Bayern bleiben die Stromkunden von Eon bis zum Jahresende von Tariferhöhungen verschont. Für 2008 schließt der Vorstand Aufschläge bei den Energiepreisen aber nicht aus. Zugleich treibt er den Konzernumbau voran, um für den zunehmenden Wettbewerb gerüstet zu sein ­ was einige Jobs kosten könnte.

Der Eon-Konzern hält Wort: Wie vergangenen Herbst versprochen, wird das Unternehmen in Bayern den Strom-Grundtarif bis zum Jahresende stabil halten. Manager des Energieriesen hatten dies damals auf Druck des bayerischen Wirtschaftsministers Erwin Huber zugestanden. "Meldungen, nach denen wir eine Preiserhöhung zum 1.\x0fSeptember planen, entsprechen nicht der Realität", sagte der Vorstandschef von Eon Energie, Klaus-Dieter Maubach, in München. Entsprechende Gerüchte waren aufgekommen, weil bundesweit zahlreiche Stromversorger angekündigt hatten, ab 1. Juli höhere Entgelte zu verlangen.

Eon garantiert allerdings nur seinen 2,1 Millionen bayerischen Kunden bis Silvester stabile Preise. In den anderen Lieferregionen in Deutschland sind die derzeitigen Tarife laut Maubach nur bis Ende September gesichert. "Wie es danach weitergeht, ist derzeit völlig offen", sagt der Eon-Manager. Pläne für Preisanhebungen ab Oktober beziehungsweise Januar in Bayern streitet er nicht ab, bestätigt sie aber auch nicht.

Ein mögliches Argument für Aufschläge könnten die vergangene Woche vom Bundestag verabschiedeten Regeln sein, die den Stromkonzernen mehr Anstrengungen beim Klimaschutz abverlangen. So müssen die Versorger Rechte zum Ausstoß von CO2, das bei der Stromproduktion durch die Verbrennung von Kohle oder Gas in großen Mengen freigesetzt wird, ab 2008 teilweise ersteigern.

Bislang bekamen sie die CO2-Zertifikate kostenlos ausgehändigt. Die Eon-Konkurrenten Vattenfall und RWE hatten aus diesem Grund bereits Preisanstiege nicht ausgeschlossen, was für Protest von Verbraucherschützern und Wirtschaftsexperten sorgte: Die Zertifikate seien schon in der Vergangenheit eingepreist worden, betonte etwa die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gegenüber der "Netzeitung".

Auch für Gas sind anziehende Entgelte in den kommenden Monaten nicht auszuschließen. Nachdem Eon und andere Versorger in den vergangenen Monaten die Tarife gekürzt hatten, weil sich Öl deutlich verbilligte, schwingt das Pendel nun zurück: "Es gibt einen klaren Trend für einen Anstieg beim Öl", sagt der Vertriebschef von Eon Energie, Karl-Michael Fuhr. Die Preise beider Rohstoffe sind aneinander gekoppelt. Fuhr: "Man muss abwarten, wie das weitergeht."

Derweil steht der von der Belegschaft skeptisch erwartete Umbau der sieben Eon-Regionalgesellschaften, zu denen auch Eon Bayern gehört, kurz bevor (wir berichteten). Die Pläne sollen in den nächsten Tagen und Wochen Belegschaft und Aktionären präsentiert werden, wie Maubach sagte. Den Mitarbeitern stehe "keine Radikalkur" bevor. Er sprach aber davon, dass Eon "Synergiepotenziale" nutzen müsse, was den Abbau von Jobs vermuten lässt. Das Unternehmen plant, einige Abteilungen zu bündeln und damit Einnahmeausfälle zu kompensieren, die durch die Regulierung der sogenannten Netzentgelte entstanden sind.

Aus demselben Grund will das Eon-Management auch einen günstigeren Tarifvertrag durchsetzen. Bereits seit Januar wird mit der Gewerkschaft Verdi über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, über niedrigere Einstiegsgehälter und Jubiläumszahlungen verhandelt ­ ohne Ergebnis. Das könnte sich allerdings bei der dritten Gesprächsrunde am heutigen Mittwoch ändern. "Es muss ein Kompromiss gefunden werden", sagte Verdi-Vertreter und Eon-Energie-Aufsichtsrat Jürgen Feuchtmann unserer Zeitung.

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