Modellprojekt in Bayern

Flüchtlinge sollen bei Fachkräfte-Engpass helfen

Nürnberg - Flüchtlinge könnten die Fachkräftelücke verkleinern, ist der neue Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Markus Schmitz, überzeugt. Hoffnungen setzt er auf ein Modellprojekt.

Der neue Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Markus Schmitz, setzt bei einem Mangel an Fachkräften in Zukunft auch auf Flüchtlinge. Viele Asylbewerber seien gut ausgebildet: „40 Prozent von ihnen haben eine akademische Ausbildung, 25 Prozent eine Berufsausbildung“, sagte Schmitz der Deutschen Presse-Agentur. Er bezieht sich dabei auf Erfahrungen mit Teilnehmern eines Modellprojekts für Flüchtlinge in Augsburg. „Da gibt es viele Menschen mit interessanten Bildungsbiografien.“

Voraussetzung für eine entsprechende Förderung sei aber, dass die Migranten nicht bald schon abgeschoben würden. „Wir müssen relative Gewissheit haben, dass die Menschen auch bei uns bleiben“, sagte Schmitz. Für die Arbeitsagenturen und Jobcenter sei daher eine enge Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und den örtlichen Ausländerbehörden wichtig sowie ein ausreichendes Angebot an Sprachkursen. Schmitz leitet seit 1. Januar die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Hoffnungen setze er in das erwähnte Modellprojekt mit Flüchtlingen in Augsburg. 71 Asylbewerber mit entsprechenden Qualifikationen würden dort seit Sommer vergangenen Jahres systematisch auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet, sagte Schmitz. Großer Wert werde dabei auf Sprachkenntnis gelegt - derzeit absolvierten die Teilnehmer einen Deutschkurs.

Die Forderung einiger Politiker, Asylbewerbern künftig auch ohne Vorrangprüfung eine freie Arbeitsstelle zu vermitteln, stößt bei Schmitz dagegen auf Vorbehalte. „Wir haben noch keine Hinweise bekommen, dass es eine große Hürde ist. Und ich glaube auch, wenn man umsichtig mit dieser Vorrangprüfung umgeht, wird man allen Beteiligten gerecht.“ In den ersten 15 Monaten dürfen Asylbewerber nur auf Stellen vermittelt werden, für die sich keine geeigneten EU-Bürger finden lassen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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