Bayern: Frühjahrsbelebung erreicht Arbeitsmarkt

Nürnberg - Die Frühjahrsbelebung hat den bayerischen Arbeitsmarkt erreicht. Im März sank die Zahl der Jobsuchenden um knapp 14 100 auf rund 354 200.

“Der langanhaltende strenge Winter hat einen noch deutlicheren Abbau der Arbeitslosigkeit verhindert“, erläuterte Ralf Holtzwart von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg. Im Vergleich zum Vorjahr waren fast 12 000 oder 3,5 Prozent mehr Bayern auf Jobsuche. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 5,2 Prozent. Im März 2010 wurde dieser Wert nach einem Minus von 0,2 Punkten auf 5,3 Prozent nahezu wieder erreicht - trotz der Wirtschaftskrise. Für April rechnet die Regionaldirektion mit weiter sinkenden Zahlen vor allem bei den arbeitslosen Männern.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) konstatierte, Bayern habe ein “mehr als solides Fundament“ für die einsetzende Frühjahrsbelebung. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) warnte jedoch vor übertriebener Euphorie: “Die Lage der Betriebe ist nach wie vor angespannt und der Auslastungsgrad der Kapazitäten ist noch schwach.“ Am weitesten verbreitet ist die Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 6,3 Prozent nach wie vor in Oberfranken, gefolgt von Mittelfranken und Niederbayern.

An der Spitze steht Oberbayern mit 4,8 Prozent vor Unterfranken, Schwaben und der Oberpfalz. Dabei näherten sich die Bezirke weiter aneinander an: Im “Problembezirk“ Oberfranken sowie in der Oberpfalz ging die Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist leicht zurück, während sie in den anderen Bezirken anstieg - am stärksten in Schwaben mit 7,1 Prozent. Am häufigsten sind im Freistaat Männer und junge Leute von Arbeitslosigkeit betroffen, auch wenn die Lage für beide Gruppen im März besser war als im Februar. Während nur 4,7 Prozent der Frauen einen Job suchten, lag die Arbeitslosenquote der Männer bei 5,8 Prozent.

Die Jugendarbeitslosigkeit ging sowohl aus Monats- als auch Jahressicht um 5,3 Prozent zurück. Derzeit sind in Bayern 39 000 Menschen unter 25 Jahren ohne Job. Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist den Angaben zufolge jedoch erfreulich, wenn auch regional sehr unterschiedlich. Derzeit stünden 100 Bewerbern 97,7 Ausbildungsstellen gegenüber. Während die Zahl der offenen Stellen sich im März um 3500 auf 56 500 erhöhte, nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ab. Nach den jüngsten Daten vom Januar hatten in Bayern 4,469 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtige Jobs, ein Minus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

dpa

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