+
Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer attackiert Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg.

Bayern-IG Metall greift Guttenberg an

München - Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer hat Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eine erschreckende Tatenlosigkeit in der Krise vorgeworfen.

Guttenberg nehme offenbar weitere drohende Insolvenzen auf die leichte Schulter, teilte Neugebauer in München mit. Es sei erschreckend, zu sehen, mit welcher Seelenruhe Guttenberg die Hände in den Schoß lege, statt zu handeln. Mit seiner Kritik bezog sich Neugebauer auf Äußerungen des Wirtschaftsministers im “Handelsblatts“ (Montag).

Darin hatte Guttenberg gesagt, er rechne damit, dass weitere Unternehmen in die Insolvenz gehen oder vom Markt verschwinden. “Solche Prozesse kann der Staat nicht aufhalten. Es kann auch nicht Aufgabe des Steuerzahlers sein, unter allen Umständen angeschlagene Firmen zu retten“, sagte Guttenberg. Zunächst stünden die Eigentümer in der Verantwortung.

Guttenberg rechnet mit weiteren Hilfsgesuchen

Guttenberg geht davon aus, dass nach Opel und Arcandor zahlreiche andere Firmen Rettung beim Staat suchen werden. Er rechne deshalb mit weiteren Antragsschüben auf Staatshilfe in den kommenden Wochen und Monaten. Bislang seien mehr als 1300 Anträge auf Staatshilfe eingegangen. Die Mittel für den Deutschlandfonds müssten jedoch nicht erhöht werden. Von den 115 Milliarden Euro seien erst 5 Milliarden Euro in Anspruch genommen worden.

Nach Ansicht von Neugebauer leiden viele Unternehmen derzeit vor allem unter hohen Zinsen für Kredite. Obwohl der Leitzins derzeit nur bei 1,0 Prozent steht, müssten die Firmen ihren Banken Zinsen von bis zu 14 Prozent für einen Kredit zahlen. Er forderte Guttenberg auf, Druck auf die Banken auszuüben, damit sie die niedrigen Zinsen der Europäischen Zentralbank an die Unternehmen weitergeben. Viele Firmen gingen nicht deshalb in die Insolvenz, weil sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätten oder Opfer von Spekulanten geworden seien, sondern weil sie die hohen Zinsen nicht zahlen könnten.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Allianz-Deutschland-Chef wirft Handtuch
Turbulenzen bei der Allianz: Ein überraschender Rücktritt überlagert die Botschaft, die der Versicherer eigentlich an die Öffentlichkeit bringen will.
Allianz-Deutschland-Chef wirft Handtuch
Dax kaum verändert - Warten auf US-Notenbank
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich fürs Stillhalten entschieden. Vor den mit Spannung erwarteten Aussagen der US-Notenbank (Fed) zur …
Dax kaum verändert - Warten auf US-Notenbank
Niederlande erwarten hohes Wirtschaftswachstum
Den Haag (dpa) - Die Niederlande erwarten ein starkes Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent in diesem Jahr und 2,5 Prozent 2018. Die Entwicklung der Wirtschaft und der …
Niederlande erwarten hohes Wirtschaftswachstum
USA-Leistungsbilanz mit größtem Minus seit Ende 2008
Washington (dpa) - Das Defizit in der US-Leistungsbilanz ist im zweiten Quartal höher als erwartet ausgefallen. Der Fehlbetrag habe 123,1 Milliarden US-Dollar (102,7 Mrd …
USA-Leistungsbilanz mit größtem Minus seit Ende 2008

Kommentare