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Jugendliche, die noch ohne Lehrstelle sind, sollten sich an die Arbeitsagenturen wenden.

Bayern: Mehr Lehrstellen als Bewerber

München - Viele Jahre war der Lehrstellenmangel im Freistaat ein drängendes Problem. Inzwischen haben etliche Firmen Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. Der Wettbewerb um den Nachwuchs hat längst begonnen.

Die Zeiten des Lehrstellenmangels sind im Freistaat wohl endgültig vorbei. “Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt in Bayern haben sich gedreht“, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Ralf Holtzwart, am Montag in München. Dennoch seien noch immer 581 junge Menschen ohne einen Platz, das vor allem aber wegen anderer Vorlieben oder regionaler Besonderheiten. Ihnen gegenüber stehen immerhin noch 7745 Plätze, für die sich bisher keine geeigneten Bewerber gefunden haben. Insgesamt kamen rund 82 500 Bewerber auf gut 89 800 freie Plätze. Die Zahl der Lehrstellen wuchs damit gegenüber 2010 um fast 8 Prozent, während die Zahl der gemeldeten Bewerber ganz leicht rückläufig war.

“Trotz des doppelten Abiturientenjahrgangs war die Lage auf dem bayerischen Ausbildungsstellenmarkt dieses Jahr so gut wie schon lange nicht mehr“, sagte Arbeitsstaatssekretär Markus Sackmann (CSU). Das sei allerdings kein Grund, sich zurückzulehnen. “Unser Ziel muss es sein, alle Jugendlichen in Ausbildung zu bringen“, sagte Sackmann. Der Freistaats werde deswegen an seinen Förderprojekten festhalten. Vor allem im Handel gebe es noch freie Plätze, aber auch Köche seien dringend gesucht. Bei jungen Männern stehe in der Beliebtheit weiter das Kfz-Gewerbe an erster Stelle, bei Mädchen die Bürokauffrau.

Demographische Wende hat eingesetzt

“Ich appelliere zum einen an die Jugendlichen, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben, sich bei den Arbeitsagenturen zu melden“, sagte Holtzwart. Er wünsche sich, dass Firmen mehr auf die Fähigkeiten achteten, statt nur auf Noten zu schauen. “Alle Akteure auf dem Ausbildungsmarkt stehen weiterhin vor der Herausforderung, noch effektiver zusammenzuarbeiten, um keinen Jugendlichen beim Übergang von der Schule in das Berufsleben zu verlieren.“

“Die demographische Trendwende ist für bayerische Unternehmen Realität“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, Peter Driessen. Bereits vor einigen Wochen hatten die Metallarbeitgeber beklagt, dass sich geeignete Bewerber schwieriger finden ließen. Einer Umfrage des Metallverbands bayme vbm zufolge geben rund 70 Prozent der Firmen als Grund für eine Nicht-Besetzung an, keine geeigneten Bewerber zu finden.

dpa

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