Bayern mischen beim Zukunftspreis ganz vorne mit

- Berlin - Vier Forscherteams konkurrieren um den Deutschen Zukunftspreis, der am 11. November von Bundespräsident Horst Köhler vergeben wird: Ein fingernagelgroßes Labor, neuartige Antikörper, verbesserte Autozylinder und ein Lasermikroskop für den Blick in die Zelle sind die 4 Projekte, die aus 22 Vorschlägen ausgewählt wurden. Bayern ist in der Auswahl für die begehrte Auszeichnung gut vertreten.

<P>Das "Labor auf dem Chip" entwickelte zwar das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe. Aber dies geschah in Zusammenarbeit mit den Münchner Technologiekonzernen Siemens und Infineon.</P><P>Ziel war es, ökonomisch sinnvolle, in großen Stückzahlen herstellbare Sensorsysteme zu gestalten. Auf dem Chip verankerte Biomoleküle - "Fängermoleküle" - binden Moleküle aus einer anderen Lösung. Damit ließen sich beispielsweise schnell vor Ort Sars-Erreger feststellen, wie der Teamsprecher Rainer Hintsche erläuterte.</P><P>In einem neuartigen Verfahren können Laser den Verschleiß und Verbrauch von Verbrennungsmotoren reduzieren. Das Forscherteam um Horst Joachim Lindner hat mit Audi (Ingolstadt), der Universität Bayreuth und dem ATZ Entwicklungszentrum Amberg ein Verfahren entwickelt, bei dem Zylinderlaufbahnen mit UV-Lasern gleichzeitig aufgeraut und gefestigt werden. Damit haben die Forscher den Verschleiß um bis zu 90 Prozent reduziert. Besonders interessant ist der Einsatz dieser Technik in Lkw-Motoren, für bestimmte Maschinen wird das Verfahren bei Audi bereits angewandt.</P><P>Die Laser-Mikroskopie des Jenaer Traditionsunternehmens Carl Zeiss bietet Forschern neue Einblicke in lebende Zellen. Um ausgewählte Strukturen genauer zu untersuchen, werden diese mit fluoreszierenden Farben markiert. Dem Team um den Physiker Ulrich Simon ist es in Fortentwicklung einer Nasa-Technik gelungen, Farbnuancen in der Untersuchung sicher zu unterscheiden. Bisher erschienen alle farblich markierten Gebilde grün - und waren damit zwar sichtbar, aber nicht mehr genau zu untersuchen. Das neuartige Mikroskop kann bei der Tumorforschung und -behandlung eingesetzt werden.</P><P>Der vierte Favorit kommt wieder aus Bayern. Dem Wissenschaftler Arne Skerra von der Technischen Universität München ist es mit seinen Kollegen gelungen, das Wirkprinzip der Antikörper auf ein anderes Eiweißgerüst zu übertragen. Antikörper sind universelle biochemische Werkzeuge. Die von den Forschern entwickelte neue Klasse der Anticaline hat im Vergleich dazu eine simplere Struktur. Sie sind damit einfacher gentechnisch herzustellen. Damit kann man beispielsweise Giftstoffe neutralisieren und ihre Ausscheidung aus dem Körper fördern.</P>

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