Bayern nicht mehr Tabellenletzter

- München - Bayern hat die rote Laterne abgegeben. Jetzt gibt es mit Hessen ein Bundesland, in dem die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich noch schneller steigt. 14,4 % mehr Erwerbslose als im Vorjahr wurden im August gezählt. Insgesamt sind 432 500 Menschen ohne Job, ohne statistische Tricks sogar weit mehr.

<P>Im Vergleich zum Vormonat Juli sieht es noch düsterer aus: Während in fast allen Bundesländern die Arbeitslosigkeit zurückging, stieg sie in Bayern um 1,6 %.</P><P>Arbeitsministerin Christa Stewens will in diesen Zahlen kurz vor der Landtagswahl "positive Signale" entdeckt haben. Saisonbereinigt sei die Zahl leicht gesunken. Experten können dem nicht folgen. "Das ist keine wirklich positive Überraschung, sondern genau die saisonale Abnahme, die man von Juli auf August erwarten würde", sagte der Arbeitsmarktexperte des Münchner Ifo-Instituts, Martin Werding. Der Stimmungsaufschwung der Wirtschaft sei noch nicht am Arbeitsmarkt angekommen. Noch dazu sei ein Teil der Arbeitslosen "lediglich aus der Statistik verschwunden, ohne wirklich in die Erwerbstätigkeit gegangen zu sein".<BR>Stark geschrumpft ist die Zahl der offenen Stellen. Nur noch 54 300 Jobs sind offiziell zu vergeben.</P><P>Gewachsen ist die Arbeitslosigkeit in Bayern flächendeckend in nahezu allen 27 Arbeitsamtsbezirken. Und das, obwohl die Arbeitsämter bundesweit im Umgang mit ihren Klienten die Zügel merklich anzogen. Besonders verheerend fällt der Vorjahresvergleich für Weilheim aus: 28 % mehr Arbeitslose, trauriger Rekord in Bayern, dicht gefolgt von Rosenheim. Die niedrigste Quote hat bundesweit weiterhin der Arbeitsamtsbezirk Freising mit 4,2 %. Davon kann Bayerns Schlusslicht Hof (11,3 %) nur träumen.</P><P>Schlechte Daten liefert der Ferienmonat in Bayern vor allem für junge Arbeitslose unter 25 Jahren. "Ich mache mir Sorgen", sagte der Vize-Chef des Landesarbeitsamts, Franz Prast: "Das Ausmaß der fehlenden Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten übertrifft unsere langjährigen Beobachtungen."</P><P>66 800 junge Menschen sind ohne Arbeit. Auch bei den Lehrstellen sieht es nicht gut aus. Im bayernweiten Schnitt stehen 100 Bewerbern nur 49 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Die Zahl der Jugendlichen, die sich nach dem Ausbildungsende arbeitslos melden, hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit 4200 sogar fast verdoppelt. Nur in München selbst sind die Chancen für die Jugend besser: Hier gibt es nach wie vor mehr Lehrstellen als Bewerber.<BR></P>

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