Schlecker-Beschäftigte vor Kündigung

München - Die Abwicklung der Drogeriemarktkette Schlecker ist beschlossen: Jetzt stehen in Bayern weitere 2200 Mitarbeiterinnen vor der Kündigung.

Sie hätten mit Wut, Trauer, Entsetzen und Enttäuschung auf die angekündigte Zerschlagung reagiert, sagte Verdi-Funktionär Hubert Thiermeyer am Freitag und forderte staatliche Hilfe von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Bereits bei der ersten Kündigungswelle Ende März seien mehr als 1500 Beschäftigte entlassen worden - und nur etwa 400 von ihnen hätten eine neue Stelle gefunden, sagte Thiermeyer.

Die Entscheidung der Gläubiger zur Abwicklung von Schlecker sei „eine absolute Hiobsbotschaft und eine menschliche und soziale Katastrophe“, sagte Thiermeyer. „Aber wir geben nicht auf.“

In Bayern träfen sich die Arbeitnehmervertreter am kommenden Dienstag in Nürnberg, um über mögliche Lösungen zu beraten. Etwa mit einem Sonderfonds könnten zwei Monate zusätzlich gewonnen werden, um Investoren zumindest für einige Filialen oder die Übernahme von Beschäftigten zu finden, sagte Thiermeyer.

Bis zuletzt hatten die Schlecker-Mitarbeiter auf einen Retter in letzter Sekunde gehofft: Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz war noch in Verhandlungen mit den zwei verbliebenen Interessenten: Dem Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen und dem US-Investor Cerberus Capital Management. Vergangenen Freitag hatten die Gläubiger eine letzte Galgenfrist zur Schlecker-Rettung von einer Woche eingeräumt, die Angebote der Investoren nachzubessern. Am Freitagvormittag lief dann die letzte Frist der drei größten Gläubiger aus. Es habe kein Angebot im akzeptablen Bereich“ vorgelegen, hieß es von der Insolvenzverwaltung.

dpa

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